Am Pylon an der Reinoldikirche sind die Arbeiten für den Boulevard Kampstraße ins Stocken gekommen. © RN-Archiv
Dortmunder City

„Boulevard Kampstraße“: Stadt setzt nach Pannenserie auf externe Hilfe

Der Umbau des „Boulevard Kampstraße“ stockt weiter, nachdem Bauarbeiten am Reinoldipylon wegen Bauschäden gestoppt wurden. Nach zahlreichen Pannen setzt die Stadt jetzt auf Hilfe von außerhalb.

Um Jahre verzögert hat sich der Weiterbau des „Boulevard Kampstraße“. Zuletzt sind die Ende Mai wieder aufgenommenen Arbeiten am Reinoldipylon ins Stocken geraten. Anfang September wurde ein Baustopp verhängt, weil durch die Arbeiten an der Oberfläche unerwartete Bauschäden an der darunterliegenden Stadtbahnstation Reinoldikirche und an der Abdichtung aufgetreten waren.

Wie es weitergeht, ist immer noch unklar und wird sich wohl frühestens im Frühjahr nächsten Jahres klären, wenn auch die obligatorische Weihnachtspause vorbei ist. Inzwischen wurden Messsensoren installiert, um Bewegungen im Bauwerk zu erfassen und gegebenenfalls entsprechend reagieren zu können, teilte die Stadt am Mittwoch (10.11.) mit.

Im nächsten Frühjahr sollen dann – wenn das Wetter mitspielt – „auf einem begrenzten Testfeld“ weitere Arbeiten stattfinden, heißt es in der Ankündigung. Die alte Oberfläche werde abgetragen, eine neue eingebaut. Dabei soll ermittelt werden, ob an der Stadtbahnstation weitere Bauschäden auftreten.

„Mit den gewonnenen Erkenntnissen kann dann eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden“, teilt die Bauverwaltung mit. Es müsse geprüft werden, „ob die Arbeiten wie bisher geplant umsetzbar sind oder mit einer anderen Oberbauvariante ausgeführt werden müssen“.

Finanzielle Folgen unklar

Die möglichen Folgen sind noch nicht absehbar. Schon im September hatte die Verwaltung allerdings angedeutet, dass bei einer nötigen alternativen Konstruktion „deutliche Kostensteigerungen“ zu erwarten seien. Bislang war für den Bauabschnitt am Pylon von Baukosten von 2,85 Millionen Euro die Rede. Die muss die Stadt allein tragen, weil die Frist für die Nutzung von schon 2013 bewilligten Fördermitteln des Landes in Höhe von 2,3 Millionen Euro verstrichen ist.

Und alles braucht auch mehr Zeit. Abgeschlossen werden können die Arbeiten am Pylon wohl erst bis Ende 2022 statt wie eigentlich geplant bis zum Sommer.

Planungen für nächsten Bauabschnitt

Derweil laufen aber die Vorbereitungen für den nächsten zentralen Bauabschnitt des Boulevards zwischen Reinoldi- und Petrikirche weiter, der noch einmal in sieben kleinere Abschnitte unterteilt wurde. „Die Tiefbauarbeiten am Platz von Leeds sollen noch in diesem Jahr vergeben werden“, kündigt die Verwaltung an.

Zwischen Pylon und Platz von Leeds (unten) soll im nächsten Jahr gebaut werden. © Stephan Schütze © Stephan Schütze

Die Arbeiten seien sehr umfangreich, weil auch Versorger DEW21 mit seiner Fernwärmeleitung, DEW-Tochter Donetz und die Stadtentwässerung mit dem Kanalbau zuerst aktiv werden müssen. „Diese Arbeiten sollen Ende 2022 abgeschlossen werden“, heißt es aktuell.

Parallel sollen im Jahr 2022 die Arbeiten am Platz von Netanya, also an der Kreuzung Hansastraße/Kampstraße vergeben werden, die 2023 beginnen könnten. Danach folgen die weiteren Bauabschnitte zwischen Platz von Leeds und Hansastraße sowie Hansastraße und Freistuhl. Zuletzt steht der Abschnitt vor der Petrikirche auf dem Programm.

Sorge um „komplexe Maßnahme“

Auch bei diesen Abschnitten ist mit Komplikationen zu rechnen. So wurde schon vorsorglich darauf hingewiesen, dass ähnlich wie an der Stadtbahnstation Reinoldikirche die Überdeckung des Stadtbahntunnels nur sehr gering ist.

Diese Visualisierung ist schon gut zehn Jahren alt. So soll der Boulevard Kampstraße mit Wasserlauf, Wasserbecken und Lichtband vom Reinoldi-Pylon aus mal aussehen.
Diese Visualisierung ist schon gut zehn Jahren alt. So soll der Boulevard Kampstraße mit Wasserlauf, Wasserbecken und Lichtband vom Reinoldi-Pylon aus einmal aussehen. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Die Stadt zieht deshalb schon vorab Konsequenzen. Das Tiefbauamt will für den Weiterbau des „Boulevard Kampstraße“ jetzt einen externen Projektsteuerer beauftragen, teilt die Verwaltung mit. Als Gründe werden „der erhöhte Koordinierungs- und Steuerungsaufwand durch die Komplexität der Maßnahme“ und die „vielfältigen Partikularinteressen der unterschiedlichen innerstädtischen Anrainerinnen und Anrainer“ genannt.

Welche Kosten damit verbunden sind, wird noch nicht mitgeteilt. Die Gesamtkosten für den „Boulevard Kampstraße“ wurden bislang auf 21 Millionen Euro geschätzt, wobei man noch auf neue Städtebaufördermittel des Landes hofft.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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