Boxtraining falsch verstanden

21.11.2007 / Lesedauer: 2 min

Boxtraining falsch verstanden

<p>Wohin führt der Weg? Prävention in Familie, Schule, Freizeit soll helfen, auf dem Pfad unseres Rechtsstaates zu bleiben. Foto:Archiv</p>

Scharnhorst-Ost ist überall. Das Problem russisch-stämmiger Jugendlicher, vornehmlich der gewaltbereiten unter ihnen, zieht sich durch die Stadt wie ein roter Faden. Im Kinder- und Jugendausschuss reklamierte Adolf-Heinrich Weintz (CDU) gestern auch Handlungsbedarf für den Stadtbezirk Brackel, hier besonders für Wickede. Der Lehrer weiß: "Wir haben dort ähnliche Schwierigkeiten wie in Scharnhorst."

An seiner Schule habe er gerade unter den männlichen Spätaussiedler-Kindern und -Jugendlichen eine hohe Gewaltbereitschaft festgestellt, vor allem, wenn sie gepaart wird mit Alkohol. Das Boxtraining an der Schule sei eher kontraproduktiv gelaufen. Boxvereine hätten Schüler sogar gesperrt. Sie hatten das Training offenbar nicht zum Aggressionsabbau genutzt und Regeln missachtet.

Tatsächlich aber wurde ein neues Handlungskonzept "Einbezug von Kindern und Jugendlichen aus Spätaussiedlerfamilien" in Scharnhorst, Hörde und Mengede entwickelt. Allerdings mit dem Ziel, es langfristig in allen Stadtbezirken anwenden zu können. Die wissenschaftliche Begleitung übernahm Prof. Dr. Rabe, Dekan der Fachhochschule Münster. Und so wissenschaftlich liest es sich dann auch teilweise, das 37 Seiten starke Werk. Joachim Fischer (SPD) hat nicht immer verstanden, was er las, ließ er den Ausschuss wissen, aber er fand's gut.

Ein wesentlicher Inhalt des Konzeptes, das auf den drei Beinen Prävention, Intervention und Informationsarbeit ruht, ist die Einstellung mehrerer russisch sprechender Fachkräfte. So steht's im Handlungskonzept. Reiner Spangenberg (Jugendrotkreuz) war's, dem auffiel, dass in der Ausschussvorlage nur von einer Kraft zu lesen ist. Die Zurückhaltung erklärte Elisabeth Hoppe vom Jugendamt mit der Sorge, nicht mehr Finanzmittel zu bekommen. Die einzige Kraft nun soll mit Projektgeldern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge bezahlt werden. bö

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