Brackel wird Vorreiter in der Flüchtlingsbetreuung

Pilotprojekt

Der Stadtbezirk Brackel wird zum Versuchslabor - für das neue Integrationsnetzwerk „Lokal willkommen“, das sich in erster Linie an Flüchtlinge richtet. So sollen zwei hauptamtliche Mitarbeiter - einer vom Sozialamt, einer von der Caritas - ab September zunächst für ein Jahr Ansprechpartner vor allem für die Flüchtlinge sein, die nicht mehr in einem Flüchtlingsheim wohnen, sondern bereits in eigenen Wohnungen.

BRACKEL

, 26.06.2016, 01:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flüchtlinge brauchen auch dann noch Hilfe, wenn sie in die eigene Wohnung gezogen sind.

Flüchtlinge brauchen auch dann noch Hilfe, wenn sie in die eigene Wohnung gezogen sind.

Immer mehr setze sich die Erkenntnis durch, so Sozialamtsleiter Jörg Süshardt in der Sitzung der Bezirksvertretung Brackel, dass die Betreuung nicht aufhören dürfe, wenn die Menschen in die eigene Wohnung ziehen.

Jetzt sei es so, dass ehemalige Bewohner beispielsweise des Flüchtlingsheims an der Morgenstraße die Einrichtung immer wieder aufsuchen, um Fragen zu stellen, mit denen sie in ihrem neuen Alltag konfrontiert werden, so Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Cziepka. Das jedoch sei mit den Kräften vor Ort nicht mehr leistbar.

Flüchtlinge individuell betreuen

Wichtig sei, so Süshardt weiter, auf jeden Flüchtling individuell zuzugehen. Es gebe Familien, die gar keine Betreuung brauchen, andere benötigen einen Besuch alle zwei Tage, andere vielleicht einmal in der Woche. Aufgabe der beiden Kräfte sei auch, sich ein Netzwerk ehrenamtlicher Helfer aufzubauen, die solche Betreuungen übernehmen können. Bewährt sich das einjährige Pilotprojekt in Brackel, könnte es zum Vorbild für die gesamte Stadt werden.

"Brackel ist sehr weit"

Brackel sei sehr weit, auch im Vergleich zu anderen Stadtbezirken, was seinen Umgang mit Flüchtlingen betreffe, so Süshardt weiter. Sicherlich ein wichtiger Grund, warum die Wahl auf diesen Stadtbezirk als Standort für den Versuch fiel.

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