Musikschule darf wieder öffnen – Unterricht mit vier Metern Abstand

hzMusikschul-Lockdown beendet

Der zweite Lockdown galt für die Musikschulen lediglich eine Woche. Ein Brackeler Musiklehrer erklärt, warum Online-Unterricht in diesem Bereich schwierig ist.

Brackel

, 05.11.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Urs Balzereit, Leiter der Musikschule Brackel, freut sich darüber, dass der Lockdown für die Musikschulen nach nur einer Woche schon wieder beendet ist. Zwar hätte er seine private Schule bereits wieder am Donnerstag öffnen dürfen, aber er habe sich wegen der Kurzfristigkeit des Lockdown-Endes entschlossen, das erst am Montag zu tun.

Lieber wolle er nun den Rest der Woche nutzen, sein Hygienekonzept wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu gehöre die Anschaffung neuer Desinfektionsmittel.

In der einen Woche, in der die Einrichtung am Brackeler Hellweg geschlossen hatte, haben die Musikschüler das fortgeführt, was sie schon während des ersten Lockdowns im Frühling begonnen hatten. Sie haben sich in einer eigens dafür gegründeten WhatsApp-Gruppe ausgetauscht und zum Beispiel Fotos gepostet, wie sie sich in ihren eigenen vier Wänden eingerichtet haben.

Die Coronakrise macht erfinderisch: Per Videochat auf Skype hat Urs Balzereit unterrichtet - hier in der Schwerter Zweigstelle Tonart

Die Coronakrise macht erfinderisch: Per Videochat auf Skype hat Urs Balzereit unterrichtet - hier in der Schwerter Zweigstelle Tonart. © Reinhard Schmitz

Auch der Online-Unterricht habe wieder begonnen, und er sei schon besser gelaufen als im Frühjahr.

Viele freiberuflich für die Musikschule arbeitende Kollegen haben sich ein besseres Computer-Equipment zugelegt, und einige Kollegen, die bislang eine Scheu davor hatten, sich damit auseinanderzusetzen, seien der neuen Technik gegenüber nun zugänglicher geworden.

Dennoch könne im Bereich Musikschulen ein solcher Online-Unterricht nicht den Präsenzunterricht ersetzen. Das fange schon beim gemeinsamen Musizieren an. Wegen der kleinen Zeitverschiebung, die die Übertragung von einem Laptop oder Tablet zum anderen brauche, sei das Zusammenspiel von Schüler und Lehrer nie ganz synchron.

Hoffnung auch für Musikalische Früherziehung

Er hoffe nun, dass nicht in den nächsten Tagen wieder eine neue Verordnung in Kraft tritt, die alles wieder anders regelt. Beim Präsenz-Musikunterricht könne sich schon deshalb niemand anstecken, weil Schüler und Lehrer vier Meter Abstand voneinander haben.

Auch hoffe er, dass die Musikalische Früherziehung wieder starten kann. Er habe sie extra in größere Räume verlegt - in ein Gemeindehaus in Schwerte-Westhofen, wo die Musikschule Brackel eine Zweigstelle namens „Ton-Art“ betreibt, und in die Arent-Rupe-Villa der evangelischen Gemeinde Brackel an der Flughafenstraße.

Weil die Lehrenden der Musikschule Brackel Freiberufler sind, kamen für sie keine Kurzarbeits-Regelungen in Frage. Viele von ihnen sind Künstler, die von regelmäßigen Auftritten leben. Und die liegen natürlich momentan komplett brach. Das gelte auch für ihn selbst

Er selbst habe seit Beginn der Corona-Zeit drei Auftritte gehabt, einen vor 20 Zuhörern im riesigen Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Die Zuhörer haben so weit auseinandergestanden, dass sich unmöglich jemand mit Corona infizieren konnte, so Balzereit. Derartiges zu verbieten, sei überzogen.

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