Brackeler Straße: Öffnung der B 236-Zufahrt liegt in weiter Ferne

hzNicht tragfähige Brücke

Wer von der Brackeler Straße stadtauswärts Richtung Schwerte abbiegen will, wird seit vielen Monaten durch eine Sperrung daran gehindert. Diese Situation wird noch länger andauern.

Scharnhorst

, 31.07.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Autofahrer, die von der Brackeler Straße stadtauswärts auf die B 236 Richtung Schwerte abbiegen wollen, fragen sich, warum das noch immer nicht möglich ist. Im August 2019 musste die Auffahrt gesperrt werden.

Über Facebook erreichte diese Redaktion eine Nachricht mit dem Hinweis, die Arbeiten an der Fahrbahn seien schon längst beendet worden. „Sogar das Dixie-Klo für die Arbeiter ist schon weg“, schreibt die Person.

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Das stimmt, sagt Markus Miglietti von der Autobahnniederlassung Hamm, die zu Straßen NRW gehört. Wäre es nur um die reine Fahrbahnsanierung gegangen, die ursprünglich geplant war, hätte die Straße bereits Ende 2019 freigegeben werden können. Problem sei jedoch die anschließende Brücke über die Bahnlinie.

Neue Vorschriften

Berechnungen - und das hat die Behörde bereits im Dezember 2019 mitgeteilt - haben ergeben, dass die Brücke nach den neuesten Vorschriften nicht mehr ausreichend tragfähig ist, wenn sich zwei Lkw gleichzeitig auf ihr befinden. Nun warte man auf die Expertise eines Ingenieurbüros, so Miglietti weiter, um zu entscheiden, was mit der Brücke passiert.

Vielleicht reiche es ja, ein paar verstärkende Streben einzuziehen, vielleicht müsse die Brücke aber auch abgerissen und neu gebaut werden.

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Wann mit der Expertise zu rechnen sei, beziehungsweise wann mit den Arbeiten begonnen werden könne, kann Miglietti nicht sagen: „In diesem Jahr mit Sicherheit nicht mehr.“ Und auch ob es 2021 etwas werde, könne er nicht versprechen.

Sobald feststehe, welche Arbeiten genau gemacht werden müssen, müssen diese zunächst ausgeschrieben werden. Auch stehen noch Abstimmungen mit der Bahn an.

Nicht einsturzgefährdet

Miglietti betont: „Die Brücke ist nicht einsturzgefährdet.“ Sie sei nur zu einer Zeit gebaut worden, als es noch geringere Anforderungen für solche Bauwerke gab. Für Autofahrer, die aus der Dortmunder Innenstadt Richtung Schwerte fahren möchten, ist die Sperrung ein Ärgernis, das Zeit kostet. Google Maps bietet als Umwege Strecken über die B 54 und die A 45 oder auch über die B 1 und die B 236 an.

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In einer Broschüre teilt StraßenNRW mit: „Die meisten Brücken des Autobahnnetzes wurden zwischen 1960 und 1980 errichtet. Sie stammen aus einer Zeit, die durch sparsamen Baumaterialeinsatz geprägt war. Mit einem Alter von 30 bis 50 Jahren haben diese Brücken bereits einen großen Teil ihrer geplanten Nutzungszeit erfüllt.“

Die in die Brücken eingeplanten Tragreserven seien auf Grund der Zunahme des Güterverkehrs sowie der wachsenden Anzahl an Schwertransporten mit Gewichten von oft mehr als 150 Tonnen allmählich aufgebraucht.

Bis 2050 sei für den Güterverkehr eine weitere Steigerung des Schwerverkehrs auf deutschen Autobahnen von mehr als 50 Prozent zu erwarten.

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