Brackeler verklagt die Stadt, weil sie den Gartenzaun seines Nachbarn duldet

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Ein Hausbesitzer ärgert sich über den Zaun seines Nachbarn - und zerrt am Ende die Stadt vor Gericht. Wenn die aktiv werden sollte, könnte die Geschichte für den Kläger selbst bitter enden.

Dortmund/Gelsenkirchen

, 05.11.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Erst kam der Gartenzaun, dann der Ärger: In Brackel ist ein Nachbarschaftsstreit entbrannt, der inzwischen nicht nur die Stadt, sondern auch das Verwaltungsgericht erreicht hat.

Der Gartenzaun, um den es geht, ist rund 1,80 Meter hoch. Er trennt zwei Privatgrundstücke, steht aber auch zum Teil auf einem öffentlichem Grundstück.

Die Stadt Dortmund hat das auch schon nachgemessen - wollte aber offenbar kein großes Drama daraus machen. Die ungenaue Grenzziehung könne geduldet werden, hieß es. Genau damit wollte sich der Nachbar aber nicht zufriedengeben.

„Ich habe etwas dagegen, dass die Stadt das einfach so hinnimmt, dass jemand in den öffentlichen Raum hineinbaut“, erklärte er den Richtern. Da könne ja in Zukunft jeder die Grenzen überbauen.

Die Klage hatte trotzdem keinen Erfolg. Wenn jemand in den öffentlichen Raum hineinbaue, könne der Nachbar rechtlich nichts unternehmen, hieß es seitens der Richter. Zumindest so lange nicht, wie das Rücksichtnahmegebot gewahrt bleibe. Wenn überhaupt, dann müsse die Stadt eingreifen.

Sollte die sich in Zukunft doch noch dazu durchringen, in der Sache aktiv zu werden, könnte es aber auch für den Kläger bitter werden: Dessen Gartenhecke steht nämlich ebenfalls nicht ganz richtig. Die müsste dann wohl auch weg. Das hat die Verwaltung nach einem Termin vor Ort bereits mitgeteilt.

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