Auto-, Lauben- und Kellerbrände: Warum die Ermittlungen so schwierig sind

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Seit Monaten häufen sich in Dortmund Auto-, Lauben- und Kellerbrände. Am Wochenende und Anfang der Woche gab es erneut mehrere Fälle. Wie schätzt die Polizei die Lage ein?

Dortmund

, 09.10.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Dortmund häufen sich seit Monaten die mutmaßlichen Brandstiftungen: Im Westen brennen Keller von Mehrfamilienhäusern, in der Innenstadt Autos und im gesamten Stadtgebiet und auch in Lünen brennen Gartenlauben. Erst Anfang der Woche gab es wieder Fälle. Wie schätzt die Polizei diese Lage ein?

Vor allem die Reihe von Kellerbränden im Dortmunder Westen ist für die Polizei außergewöhnlich. 20 Fälle zählt sie seit dem 13. März dazu. Die Behörde schreibt in einer Antwort auf einen Fragenkatalog dieser Redaktion, dass die Serie dort „auffällig“ sei. Eine spezielle Ermittlungskommission sei eingerichtet worden und prüfe auch einen „engen Zusammenhang“ der Taten.

Aktuell werden laut der Polizei sämtliche Brände im Dortmunder Westen auf eine Zugehörigkeit zur Serie geprüft. Auch für mindestens eine mutmaßliche Brandstiftung in Castrop-Rauxel prüft die Polizei, ob sie zur Serie gehört.

Häufung von Auto- und Laubenbränden

Bei den anderen Fällen schreibt die Polizei nicht von einer Serie, sondern von einer Häufung: Seit dem 14. April zähle man für Dortmund und Lünen gemeinsam 23 Laubenbrände. Seit dem 5. Januar habe es zudem 24 Autobrände gegeben, bei denen die Polizei wegen des Verdachts auf Brandstiftung ermittelt. Eine Häufung habe es dabei vom 9. bis 12. März gegeben. In dieser Zeit brannten in der westlichen Innenstadt sieben Fahrzeuge.

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Am Samstag (3.10.) hat es nun einen erneuten Autobrand in der westlichen Innenstadt gegeben. Auch Kraftstoff lief aus und sorgte für einen aufwändigen Feuerwehreinsatz.

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Dunkelheit und das Feuer erschweren die Ermittlungen

In allen Fällen laufen die Ermittlungen der Polizei laut ihrer Antwort „auf Hochtouren“. Zeugen würden befragt und Spuren ausgewertet. Genaueres wollte die Behörde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht angeben.

Jedoch seien die Ermittlungen beim Verdacht auf Brandstiftung nicht ganz einfach. Ein Feuer ist laut der Polizei „als Spurenvernichter Nummer eins zu sehen, was die Ermittlungsarbeit zusätzlich erschwert.“ In den meisten Fällen haben die Täter zudem im Schutze der Dunkelheit agiert.

Auch die Motivation von Brandstiftern könne sehr unterschiedlich sein: Sie reichen laut der schriftlichen Antwort der Polizei von psychischen Störungen, Erlangung von finanziellen Vorteilen, bis hin zu Beziehungsdelikten.

Wie hoch der Sachschaden ist, der bei allen Bränden entstanden ist, konnte die Polizei nicht beantworten. Es seien noch nicht die Schadenshöhen bei allen einzelnen Fällen ermittelt. Immerhin: Laut der Polizei kam es bei den Feuern bisher nur zu leichten Verletzungen durch Rauchgasvergiftungen.

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