Schauspiel zwischen Tierparabel und dem Broadway-Musical „Shrek“

hzNaturbühne Hohensyburg

Große Gesten auf der Naturbühne sind den Syburger Schauspielern so vertraut wie exaktes Mimikspiel auf der Studiobühne. Bald zeigen sie wieder ihr Können – von einer Tierparabel bis „Shrek“.

Syburg

, 10.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sind die Extreme, die sie beim Theaterverein Naturbühne Hohensyburg lieben. Das Spiel mit den großen Gesten auf der riesigen, in den Wald eingebetteten Freilichtbühne und das passgenaue Spiel mit mimischen Feinheiten auf der kleinen Studiobühne. Am Freitag (13.3.) geht es an der Syburger Dorfstraße wieder los. Mit den Extremen. Im Studio. Dann steht ab 20 Uhr die Premiere von „Die besseren Wälder“ auf dem Programm. Traditionell eröffnet ein Jugendstück das Syburger Theaterjahr 2020.

„Jeder unserer rund 80 aktiven Schauspieler soll zum Zuge kommen“, sagt Kirstin Cramer, Theaterpädagogin und Regisseurin von fünf der sechs neuen Produktionen. „Die anderen rund 170 Mitglieder kümmern sich um Bühnenbilder, Technik, Requisiten, den Parkdienst oder die Bewirtung“, ergänzt Vorsitzende Elke Eitner.

Theaterpädagogin Kirstin Cramer (l.) führt bei fünf der sechs neuen Produktionen dieses Jahres Regie.

Theaterpädagogin Kirstin Cramer (l.) führt bei fünf der sechs neuen Produktionen dieses Jahres Regie. © Foto: Dietmar Bock

Sänger ab 16 Jahren gesucht

Damit sich wirklich alle auf der Bühne ausleben können, hat der Verein einen Aufnahmestopp verfügt. „Wir wollen allen die Chance geben, mitzuspielen“, sagt Cramer. „Da haben wir mit unserer jetzigen Mitgliederzahl das Limit erreicht.“ Denn: „Wer einmal dabei ist, bleibt dabei", weiß Elke Eitner. Derzeit reicht die Altersspanne von acht Monaten bis 80 Jahre. Einzig Männer ab 16 Jahren, die Lust aufs Singen haben, werden noch gesucht.

Zweimal pro Woche werde geprobt, vor den Premieren auch täglich. Wer dann, wie es einige freiwillig machen, bei mehreren Produktionen mitwirke, sei gut beschäftigt. Wie die 14 Jugendlichen, die zurzeit fleißig proben und am Freitag die Tierparabel „Die besseren Wälder“ um Ferdinand, den Wolf im Schafspelz, erstmals darbieten.

Ein Leben zwischen den Extremen

Ferdinand war mit seiner Familie in die besseren Wälder geflüchtet, überlebte als einziger und wurde von Schafen großgezogen. Sein Leben zwischen den Extremen, bei den braven Schafen und den wilden Wölfen, bietet den Stoff für eine explosive Geschichte über Wurzeln, Angst vor dem Fremden und das Erwachsenwerden. All dies fordert die Akteure im Alter von 14 bis 26 Jahren extrem. Bei der Premiere am 13.3. wie auch bei den bis zum 28. März fünf folgenden Aufführungen (jeweils freitags und samstags, 20 Uhr).

Ein Foto mit großer Symbolkraft: Die Mitglieder des Theatervereins sorgen selbst für ihren Nachwuchs. „Wer einmal dabei ist, bleibt dabei", heißt es. Derzeit reicht die Altersspanne von acht Monaten bis 80 Jahre.

Ein Foto mit großer Symbolkraft: Die Mitglieder des Theatervereins sorgen selbst für ihren Nachwuchs. „Wer einmal dabei ist, bleibt dabei", heißt es. Derzeit reicht die Altersspanne von acht Monaten bis 80 Jahre. © Foto: Dietmar Bock

Auf der Studiobühne sind, so Kirstin Cramer, vor allem gefühlsbetont gespielte Emotionen und facettenreiche Mimik gefragt. Im Gegensatz dazu verlange sie auf der Außenbühne „große, überschwängliche Gesten“, die man auch in der letzten Reihe der rund 750 Zuschauer fassenden Tribüne noch erkennt. Das sei ein ganz anderes Spielen als auf der Indoor-Kleinstbühne.

Besonderheiten der Naturbühne

Zudem seien bei den Aufführungen unter freiem Himmel nicht nur die Schauspieler sondern auch die Techniker stark gefordert. Sie müssen sich bei Abendveranstaltungen auf nicht planbares Sonnen- und Mondlicht einstellen und die Beleuchtung spontan anpassen.

Beim ersten Freiluftevent, dem Kinderstück „Der kleine Rabe Socke“, der seine frechen Abenteuer vom 23. Mai (Samstag) bis 2. August jeweils ab 16 Uhr treiben wird, dürfte das Naturlicht indes erste Wahl sein, die künstliche Ausleuchtung kein Problem darstellen. Wie auch bei „Urmel aus dem Eis“, dem Musical für die ganze Familie. Bis auf zwei Abendveranstaltungen schlüpft das Urmel vom 6.6. (Samstag, 16 Uhr) bis zum 12. Juli jeweils nachmittags.

Komödie und Broadway-Musical

Das Schauspiel für Erwachsene sowie das Hauptmusical sind aufgrund der 20 Uhr-Termine jedoch den natürlichen Lichteinflüssen ausgesetzt. Vom 17. Juli (Freitag) bis 1. August steht die Komödie „Lang lebe Ned Devine!“ und vom 14. August (Freitag) bis 12. September das bekannte Broadway-Musical „Shrek“ auf dem Programm.

Zu Weihnachten beschließt dann auf der Studiobühne „Peterchens Mondfahrt“ das Syburger Theaterjahr 2020, das zwischen den Extremen spielen wird. Karten gibt es im Internet unter: www.naturbuehne.de

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