Bruni Braun nimmt eine gruselige Idee von Filmstar O.W. Fischer als Vorbild

hzSchmuck und Design

In einem winzigen Quarzblock sieht man ein Bild der Künstlerin Bruni Braun auf einer Leinwand. Bei genauem Hinsehen ist darauf sogar zu erkennen, wen sie da einst malte. Ein Mini-Kunstwerk.

Scharnhorst

, 17.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass es angesichts ihrer neuesten Idee Kommentare wie „Je oller, je doller“ geben wird, nimmt die Scharnhorster Malerin und Autorin Bruni Braun gelassen hin. Vielmehr hält sie amüsiert dagegen: „Wenn nicht jetzt, wann dann? Schließlich werde ich im kommenden Jahr 80.“

Schon als Teenager war die Künstlerin ein Fan des Filmstars O. W. Fischer. Dass der Schauspieler und Katzenliebhaber seine verstorbene Samtpfote aber auf ewig erhalten wollte, indem er das Tier sichtbar in einen Quarzblock einschließen ließ, fand Bruni Braun irgendwie gruselig und abstoßend.

Die Künstlerin Bruni Braun

Ihr Einsiedler-Gemälde trägt Bruni Braun nun jederzeit bei sich. © Erich Braun

Dann jedoch kam sie in Kontakt mit der Künstlerin Isabell Kiefhaber, die im Gegensatz zu Fischer höchst lebendige Szenen in winzige transparente Quarzblöcke einschließt, um sie Teil eines Schmuckrings werden zu lassen. Da sitzt schon mal eine alte Frau an einer klitzekleinen Nähmaschine oder ein Skifahrer stürzt sich im tiefen Schnee einen steilen Hang hinunter - um nur zwei der vielen Szenen in Quarz zu nennen.

Jede Bewegung eingefroren

„Das wirkte auf mich wie jener Moment bei Dornröschen, in dem sich

die Königstochter an der Spindel in den Finger sticht und jegliche Bewegung im Schloss einfriert“, erzählt Bruni Braun. „Ich war so fasziniert, dass mir sofort die Idee kam, einen solchen Ring unbedingt besitzen zu wollen, der jedoch eindeutig ein Stück meines Lebens zeigen sollte.“

Ein Entwurf war schnell gemacht: Die Scharnhorsterin von Kopf bis Fuß mit Pinsel und Palette vor einer Staffelei mit Leinwand, auf der Farben zu sehen sein sollten. Braun mailte ihre Skizze an Isabell Kiefhaber mit der Anfrage, ob sie eine Möglichkeit sehe, diese Idee zu realisieren. Nicht nur, dass Kiefhaber dies bejahte - sie setzte noch einen drauf: „ Wenn du mir ein Foto von einem deiner Werke mailst, so bringe ich es auf die Leinwand.“

Lieblingsmodell Karl Ruppert

„Was wäre besser geeignet als ein Portrait, um in dieser Winzigkeit noch erkannt werden zu können?“, ging es Braun durch den Kopf. Und welcher Kopf wäre dafür besser geeignet als der ihres Lieblingsmodells Karl Ruppert, der vor 25 Jahren verstorbene „Einsiedler vom Kurler Busch“, wie sie ihn nannte?

„Die Anfertigung dieses Unikats dauerte etwa vier Wochen“, erzählt die Scharnhorsterin, „doch dann lag er vor mir, dieser Wow-Ring, und machte mich sprachlos.“ Auf einer kleinen Wiese mit winzigen Grashalmen steht eine 17 Millimeter kleine Malerin mit Palette und Pinsel vor der Leinwand, die den Einsiedler zeigt, der durch die Wolken schaut.

Für immer in die Welt getragen

Karl Ruppert sei somit quasi ein Denkmal gesetzt: „Nicht nur er kann es wohl kaum glauben, dass nun ein Portrait von ihm für immer als Teil eines Ringes in die Welt getragen wird.“

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