Bürger gaben VHS gute Noten

Repräsentative Befragung offenbarte hohe Kundenzufriedenheit

29.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Bei der Auswahl ihrer Dozenten und Inhalte liegt die Volkshochschule offenbar goldrichtig: Über 90 Prozent der Kunden zeigen sich mit ihrer Qualität «zufrieden» oder sogar «sehr zufrieden». Das ergab eine Befragung von 1000 Bürgern durch das Jenaer Institut Projekt: Contor. «Die hohe Zufriedenheit mit der Qualität der Angebote und Serviceleistungen sticht gegenüber landesweiten Befragungen heraus», erklärt dessen Leiter Dr. Christopher Hausmann. Für Heinz Bünger, stellvertretender VHS-Leiter, war es vor allem spannend zu erfahren, wie Nichtnutzer die VHS sehen. Auch sie gaben der VHS gute Noten, obwohl sie niemals ein Angebot wahrgenommen haben. Doch genau darin liegt ein Ansatz für Kritik, denn dieses Potenzial gilt es besser zu nutzen. Insgesamt liegt die Beteiligung an den VHS-Angeboten nämlich rund zehn Prozent unter dem Landesdurchschnitt; laut Hausmann ein «verbreitetes Problem der Großstädte», bedingt durch bildungsferne Schichten und Menschen mit Migrationshintergrund. Denn - auch das zeigt die Studie - je niedriger der Bildungsabschluss, desto seltener das Interesse an VHS-Kursen. Trotzdem gaben nur fünf Prozent der Befragten an, sie wollten mit der VHS nichts zu tun haben; landesweit sind es rund 18 Prozent. Wachstum versprechen die Bevölkerungsgruppen, die schwerer erreichbar sind wie Männer und unter 30-Jährige. Themenbereiche wie Gesundheit/Lifescience oder Selbstmanagement könnten laut Hausmann Erfolg versprechen. Bünger möchte vor allem bei den einmaligen Kunden punkten. «Wir schaffen es zu wenig, diese durch Anschlussangebote an uns zu binden.» Auch im Bereich Zeitflexibilität und Infrastruktur offenbarte die Studie Verbesserungsmöglichkeiten: Zunehmend gefragt sind Formen wie Kompaktkurse und Orte mit einer weniger «schulischen» Ausstattung. Hausmanns Fazit: «Die Qualität stimmt, die Hülle jedoch nicht.» rie

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