Bundesgartenschau könnte auch in diesem Garten veranstaltet werden

hzGartenserie „Querbeet“

Auf einem alten Bauernhof hat sich der pensionierte Landschaftsgärtner und Florist Hans-Werner Roth ein kleines Paradies geschaffen. Bald können hier sogar exotische Tiere weiden.

von Alexandra Wachelau

Aplerbeck

, 17.07.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Aplerbecker Osten, hinter einer hohen Hecke, verbirgt sich ein kleines Paradies. Schon von Weitem kündigt ein Froschkonzert einen Teich an, Wasser plätschert und Bienen summen.

Hinter dem Gartentor eröffnet sich das 8500 Quadratmeter große Grundstück von Hans-Werner Roth – eine Fläche so groß wie ein WM-Spielfeld.

Am Pavillion ranken sich Clematis.

Am Pavillion ranken sich Clematis. © Alexandra Wachelau

Roth hat das Grundstück von seiner Tante, einer Landwirtin, übernommen. „Das war 1994“, sagt er und erinnert sich zurück. Damals war die Grünfläche eine Streuobstwiese. „Es gab nur Birnbäume – Birnbäume und Brennnesseln“, sagt Hans-Werner Roth.

Davon ist nun nichts mehr zu sehen. In der Mitte des Gartens steht eine große Trauerweide, drumherum liegt ein Blumenparadies. Im zentral angelegten Teich schwimmen Fische.

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In jeder Nische gibt es etwas zu entdecken, zwischendrin laden kleine Pfade – oft unterschiedlich gepflastert – zum Flanieren ein.

Neben bekannten Blumen wie Alpenrosen, Veilchen oder Clematis haben Hans-Werner Roth und Marlies Holiet-Franken auch außergewöhnlichere Gewächse.

So finden sich im Garten eine Thalictrum, auch Riesenranken genannt, oder eine Vielzahl an verschiedenen Ahornbäumen. „Im Herbst sieht es hier aus wie in Kanada“, schwärmt Marlies Holiet-Franken.

Messebesuche versorgen den Garten mit Material

Sie und Roth haben offensichtlich in der Gärtnerei ihre Berufung gefunden. Obwohl sie lange als Gärtner und Floristen arbeiteten, bezeichnen die Rentner ihren Garten als Hobby.

Jahrelang begrünte Hans-Werner Roth Messestände, begleitete gärtnerische Ausstellungen und schmückte zeitweise auch Verkaufsräume und Veranstaltungen – oft zusammen mit seiner Lebenspartnerin.

Pavillion, Hütte und Sauna sind selbstgebaut. Hans-Werner Roth hat für dieses Gebäude zwei alte Tore als Dekorelement umfunktioniert.

Pavillion, Hütte und Sauna sind selbstgebaut. Hans-Werner Roth hat für dieses Gebäude zwei alte Tore als Dekorelement umfunktioniert. © Alexandra Wachelau

Auf fast jeder Bundesgartenschau der vergangenen Jahre war Roth beruflich unterwegs. Eine Zeit, die er als sehr arbeitsintensiv wahrgenommen hat. Trotzdem – oder gerade deshalb – hat er die Freude am Gärtnern nicht verloren, im Gegenteil: „Ich arbeite sehr gerne im Garten. Ich sehe das auch nicht als Last, Gartenarbeit ist für mich Entspannung“, sagt er.

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Die meisten Pflanzen, aber auch die Kübel, Deko und andere Garten-Utensilien stammen von Gartenschauen und Messeständen. Vieles ist Unikat. In einer alten Scheune stapelt sich dieser Messefundus bis unter die Decke.

„Es ist ja immer etwas anderes angesagt. Zum Beispiel ist Terrakotta gar nicht mehr gefragt, dafür waren jahrelang Plastikbehälter modern. Da kommt einiges zusammen“, sagt Marlies Holiet-Franken.

Fast alle Tiere sind im Garten willkommen

Auf den Messen mussten die angefertigten Blumengedecke, Deko und Pflanzen immer perfekt aussehen. Im eigenen Garten sind die Rentner inzwischen nicht mehr so streng: „Wenn Schnecken oder Läuse kommen, dann sind sie eben da“, sagt Marlies Holiet-Franken. Insektengift ist nicht willkommen.

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Manche Teile des Grundstücks lassen beide auch wild wuchern, zum Beispiel die Regole, eine Art Regenauffangbecken. Hier haben sich von allein Molche und Frösche angesiedelt, auch im großen Teich sind Goldfische aufgetaucht – und geblieben.

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Ganzjährige Bundesgartenshow im Dortmunder Süden

Hans-Werner Roth hat auf seinem 8500 Quadratmeter großen Grundstück einen prachtvollen Garten errichtet. Dabei nutzte er sein Know-How als Aussteller auf verschiedenen Bundesgartenshows.
14.07.2020
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Die kleine Hütte am See lädt zum Verweilen ein und ist selbstgebaut. Hans-Werner Roth hat diese aus einem alten Torbogen selbstgebaut. © Alexandra Wachelau
Der bewachsene Pavillion ist umgeben von Rosensträuchern.© Alexandra Wachelau
Während des Corona-Stillstands saß das Ehepaar oft in der kleinen Terrasse am Teich. © Alexandra Wachelau
Auch witzige Details sind im Garten zu finden. © Alexandra Wachelau
Durch die Weide in der Gartenmitte entsteht am Rande des Teichs ein schattiges Plätzchen.© Alexandra Wachelau
Eine Echse sonnt sich zwischen den Blumen. Viele der Kunstwerke hat das Ehepaar geschenkt bekommen, anderes wurde günstig auf den diversen Gartenmessen geholt.© Alexandra Wachelau
Manche Bereiche überlässt das Ehepaar inzwischen gerne sich selbst. In einer Regole – einer Art Regenauffangbecken – sind Frösche und Molche zuhause.© Alexandra Wachelau
Von der oberen Terrasse hat man einen guten Blick auf das Grundstück.© Alexandra Wachelau
Im Rentenalter geht das Ehepaar die Arbeit etwas entspannter an.© Alexandra Wachelau
Im Vordergrund ein Brunnen aus Tonkrügen. Die Holzfigur im Hintergrund hat Hans-Werner Roth in einem Seminar zugesägt.© Alexandra Wachelau
Im hinteren Teil des Gartens stehen noch mehrere Birnenbäume. Früher war der Garten eine reine Streuobstwiese.© Alexandra Wachelau
Der vordere Teil des Gartens wird von einer Trauerweide dominiert.© Alexandra Wachelau
Links liegt das Wohnhaus, ein umgebauter Schweinestall.© Alexandra Wachelau
Ein altes Foto zeigt, wie der Bauernhof 1996 aufwendig umgebaut wurde.© Alexandra Wachelau
Auch die kleine Sauna am Gartenrand ist selbstgebaut.© Alexandra Wachelau

Das einzige Tier, das beide ärgert, ist die Wühlmaus: „Leider wurden den Rosen die Wurzeln weggefressen, sonst würde hier noch mehr blühen“, sagt Hans-Werner Roth. Nun werden alle Wurzelballen mit Draht umwickelt.

Die Pflanzen scheint das nicht zu stören. Für Hochzeitsfotos macht das Paar den Garten gerne der Öffentlichkeit zugänglich, auch eine Modeshow wurde hier bereits veranstaltet. „Eigentlich könnte man aus der kleinen Hütte sogar ein Café machen“, überlegt Roth laut.

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Mit den Ausstellungsstücken von den Messen könne er noch mindestens fünf Pavillons bauen, schätzt er. Für die Zukunft wünscht sich seine Lebensgefährtin allerdings noch mehr Leben im Garten: „Ich träume schon seit Jahren von Alpakas“, sagt Holiet-Franken. Deswegen haben sie in diesem Sommer im hinteren Teil des Gartens Weidegras ausgestreut.

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