Bus statt Bahn: Bahnstrecke Dortmund-Hamm wird erneut gesperrt

hzDeutsche Bahn

Wieder stehen alle Züge still: Zwischen Dortmund und Hamm rollt über ein verlängertes Wochenende im November keine einzige Bahn. Wegen Bauarbeiten in Kamen steigen Bahnkunden auf Busse um.

Kamen, Dortmund

, 19.11.2020, 15:48 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die nächste Vollsperrung der Bahnstrecke Dortmund-Hamm steht vor der Tür. Nachdem der Zugverkehr schon im Oktober ruhte, ist jetzt schon wieder Stillstand zwischen den Bahnhöfen Dortmund und Hamm angesagt.

Dieses Mal nicht für zwei Wochen, sondern lediglich für vier Tage über ein verlängertes Wochenende: von Freitag, 27. November, bis Montag, 30. November. Die Bahn stellte am Donnerstag Einzelheiten vor und benannte alternative Möglichkeiten, wie Bahnkunden an diesen Tagen reisen können. Auf der Strecke pendeln dann Busse, die mit der Leuchtschrift „Schienenersatzverkehr“ zu erkennen sind.

Bei der zweiwöchigen Streckensperrung im Oktober setzte die Bahn Spezial-Fahrzeuge ein, die auf Schienen fahren konnten. Damit wurden unter anderem neue Oberleitungen gezogen. Damit können ICE, die über Kamen nach Dortmund fahren, ihr Tempo künftig auf 200 steigern.

Bei der zweiwöchigen Streckensperrung im Oktober setzte die Bahn Spezial-Fahrzeuge ein, die auf Schienen fahren konnten. Damit wurden unter anderem neue Oberleitungen gezogen. Damit können ICE, die über Kamen nach Dortmund fahren, ihr Tempo künftig auf 200 km/h steigern. © Carsten Janecke

Betroffen sind sieben Bahnhöfe

Betroffen sind die Hauptbahnhöfe in Dortmund und Hamm und fünf kleinere Stationen: In Dortmund sind es Kurl und Scharnhorst, in Kamen die Bahnhöfe Mitte und Methler und in Hamm der Haltepunkt Nordbögge.

Hintergrund für die erneute Vollsperrung: Die Vorbereitungen für den Bau der Südkamener Spange, die von der Westicker Straße über eine neue Trasse zur Dortmunder Allee geführt wird, damit ein schienengleicher Bahnübergang an der Stelle beseitigt werden kann. Weil die neue Straße unterhalb der Schienen verläuft, muss dort alles aufgegraben werden. Damit das auch bei laufendem Bahnverkehr möglich ist, werden zwei Hilfsbrücken unter die Schienen geschoben. Und genau das passiert binnen der vier Sperr-Tage.

Freitag, 27. November, 21.45 Uhr: Los geht´s mit der Arbeit

Die Arbeiten beginnen am 27. November um 21.45 Uhr. Sie dauern an bis zum 30. November, 4.20 Uhr. „Sobald die Hilfsbrücken eingebaut sind, werden Schienen, Schwellen und Schotter wiederhergestellt“, erläuterte Stefan Deffner, Sprecher der Deutschen Bahn.

Die Arbeiten zur Beseitigung des Bahnübergangs seien im Zeitplan. Der Einschub der eigentlichen Eisenbahnüberführung, die dann dauerhaft bleibt, ist erst für den Oktober kommenden Jahres geplant. Anschließend beginnt der Kreis Unna mit dem Neubau der Straße. Sollten diese Arbeiten planmäßig voranschreiten, wird die Deutsche Bahn den Bahnübergang voraussichtlich im Jahr 2023 endgültig außer Betrieb nehmen.

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Die Auswirkungen auf den Nahverkehr

Die Auswirkungen für den Nahverkehr sind vergleichbar mit denen der Vollsperrung aus dem Oktober. Im Einzelnen bedeutet das: Züge der Regionalexpress-Linien RE 1 (abellio), RE 6 (National Express) und RE 11 (abellio) fallen zwischen Dortmund und Hamm aus. Als Ersatz verkehren Busse nach folgenden Konzepten:

  • Ersatzbus Linie A: Dieser Bus verkehrt als Schnellbus zwischen Hamm Hbf und Kamen ohne Zwischenhalt und weiter mit allen Unterwegshalten zwischen Kamen und Dortmund: Das sind Methler, Kurl und Scharnhorst.
  • Ersatzbus Linie B: Dieser Bus verkehrt zwischen Hamm Hbf und Kamen mit Halt in Nordbögge und weiter als Schnellbus ohne Halt zwischen Kamen und Dortmund Hbf. In Kamen ist ein Umstieg zwischen den beiden Buslinien möglich.
  • Der RE3 (eurobahn) wird zwischen Dortmund und Hamm ohne Zwischenhalte umgeleitet.

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Die Auswirkungen auf den Fernverkehr

  • Fernverkehrszüge auf der Strecke Düsseldorf – Dortmund – Hannover – Berlin werden ab Dortmund Hbf umgeleitet. In Richtung Berlin fahren diese ab dem Startbahnhof der Züge (Köln, Düsseldorf oder Essen) zehn bis maximal 35 Minuten früher ab, damit sie zur fahrplanmäßigen Zeit in Hamm ankommen. In der Gegenrichtung erhalten die Züge ab Dortmund Hbf eine Verspätung von bis zu 20 Minuten. In Einzelfällen entfallen die Halte Düsseldorf Hbf, Düsseldorf Flughafen, Duisburg Hbf und teilweise Essen Hbf und Bochum Hbf.
  • In Richtung Leipzig/Dresden und Erfurt/Gera verkehrende Züge sowie einzelne weitere Züge werden über Hagen und Unna (ohne Halt) umgeleitet, wodurch der Halt in Dortmund Hbf entfällt. Bei einzelnen Zügen kommt es zu Verspätungen von bis zu 25 Minuten.
  • Zudem entfallen in Einzelfällen bei weiteren Fernverkehrszügen infolge von Umleitungen die Halte Dortmund Hbf und Bochum Hbf.

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Hinweise zu Fahrkarten – in Bussen sind sie nicht erhältlich

„Die Fahrplanänderungen sind überwiegend bereits in den Online-Auskunftssystemen enthalten“, kündigt Deffner an. Außerdem sollen sie rechtzeitig über Aushänge an den Bahnsteigen bekannt gegeben werden. Die detaillierten Fahrpläne, so führte er weiter aus, würden die jeweiligen Eisenbahnverkehrsunternehmen veröffentlichen.

In den Bussen sind keine Fahrkarten erhältlich. Sie müssen online über die Apps der Verkehrsunternehmen oder an den Verkehrsstationen am Automaten oder am Schalter erworben werden. An den Ersatzhaltestellen sei das nicht möglich.

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