Eine nächtliche Ausgangssperre könnte auch Folgen für den öffentlichen Nahverkehr haben. © Oliver Schaper (Archiv)
Öffentlicher Nahverkehr

Bus und Bahn: So stellt sich DSW21 auf eine mögliche Ausgangssperre ein

Die viel diskutierte nächtliche Ausgangssperre, die der Bund mit einer Corona-Notbremse einführen will, wirft Fragen auf - etwa, welche Folgen die Regelung für den Bus- und Bahn-Verkehr hat.

Sie gehört zu den umstrittensten Regelungen des geplanten neuen Infektionsschutz-Gesetzes, mit dem der Bund einheitlichen und strengere Coronaschutz-Regeln schaffen will: In Städten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz kontinuierlich über 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt, soll es eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr am Abend und 5 Uhr morgens geben. Auch Dortmund wäre aktuell davon betroffen.

Ausnahmen soll es natürlich geben – etwa aus beruflichen Gründen. Wer Spät- Nacht- oder Frühschicht etwa in Krankenhäusern oder Pflegeheimen hat, muss sich natürlich weiterhin bewegen können. Doch wie kommen die Betroffenen zum Arbeitsplatz oder Nachhause? Fahren Busse und Bahnen trotz der Ausgangssperre auch nach 21 Uhr?

Kapazitäten aufgestockt

Vom Dortmunder Verkehrsunternehmen DSW21 gibt es dazu trotz aller Unsicherheiten über die bevorstehende Regelung schon eine klare Antwort. „DSW21 hat seit Beginn der Pandemie zu keinem Zeitpunkt das Angebot eingeschränkt – und zwar ganz gleich, welche Maßnahmen die Politik beschlossen hat und in welchem Lockdown-Status wir uns gerade befanden“, erklärt DSW-Sprecherin Britta Heydenbluth auf Anfrage. Man habe die Kapazitäten bei Bussen und Bahnen sogar aufgestockt, damit sich die Fahrgäste möglichst gut verteilen können.

„An dieser bewährten Strategie werden wir grundsätzlich festhalten“, versichert die Sprecherin. Die Dortmund Bürger könnten sich auch im Falle einer Ausgangssperre auf DSW21 verlassen.

Abstimmung mit Krisenstab

Wobei kleinere Änderungen offenbar nicht ausgeschlossen sind. „Ganz konkret stimmen wir uns mit dem Krisenstab der Stadt Dortmund ab und erläutern in diesem Kreis auch stets, wie veränderte Rahmenbedingungen umzusetzen sind“, erklärt Britta Heydenbluth.

Eine mögliche nächtliche Ausgangssperre ist aber nicht die einzige Regelung im aktuellen Entwurf für ein neues Infektionsschutz-Gesetz, das das Verkehrsunternehmen betrifft. Festgeschrieben werden soll auch die schon bestehende Pflicht zum Tragen einer medizinischen oder FFP2-Maske im Öffentlichen Nahverkehr. Außerdem heißt es im Entwurf der Regierungskoalition: „Eine Höchstbesetzung der jeweiligen Verkehrsmittel mit der Hälfte der regulär zulässigen Fahrgastzahlen ist anzustreben.“ Eine Verpflichtung dazu gibt es damit allerdings nicht.

Bei DSW21 dürfte das für Erleichterung sorgen. „Was die Auslastung der Fahrzeuge betrifft, erfüllen wir den Gesetzentwurf durch unser Gesamtkonzept, mehr Kapazitäten bei weniger Fahrgästen zur Verfügung zu stellen, im Regelfall schon jetzt“, bilanziert Britta Heydenbluth.

„Was wir hingegen nicht leisten können, ist, durch flächendeckende Kontrollen in jedem Bus und in jeder Stadtbahn auf jedem einzelnen Teilstück eine maximale 50-Prozent-Auslastung zu gewährleisten.“ Man könne Fahrgäste auch nicht von der Beförderung ausschließen.

Die Planer bei DSW21 gehen allerdings davon aus, dass sich das Problem zu voller Bahnen oder Busse wohl gar nicht ergeben wird. „Denn in dem Moment, in dem der Bund auf Basis des Infektionsschutzgesetzes die ‚Notbremse‘ zieht, werden gleichzeitig so viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens heruntergefahren und die Bewegungsfreiheit der Menschen so stark eingeschränkt, dass die Auslastung im ÖPNV zwangsläufig weiter sinken wird“, erklärt die DSW-Sprecherin.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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