Busbahnhof Lütgendortmund: Fußgänger bringen sich hier täglich in Gefahr

hzVerkehr in Dortmund

Viele Passanten pfeifen am Busbahnhof Lütgendortmund auf Sicherheit. Sie gehen über die Straße, ohne eine der beiden Fußgänger-Ampeln zu nutzen. Die Politik sucht nach Lösungen.

Lütgendortmund

, 03.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An Busbahnhöfen ist in der Regel viel los. In Lütgendortmund an der Lütgendortmunder Straße ist das nicht anders. Wie vielerorts sind auch hier die Menschen oft in Eile.

Viele verzichten deshalb darauf, eine der beiden Fußgänger-Ampeln zu nutzen, um über die Straße zu gehen. Oder sie sind schlicht zu faul.

Denn in beiden Richtungen müssten sie dafür ein paar Schritte laufen. Stattdessen wechseln sie lieber mitten im fließenden Verkehr die Straßenseite.

Auch Kunden, die aus dem Rewe kommen und ins Dorf möchten (oder umgekehrt), entscheiden sich häufig für diese gefährliche Variante. Gefährlich deshalb, weil die Straße stark frequentiert ist und sich genügend Autos nicht ans vorgeschriebene Tempo 30 halten.

Politik will die Situation am Busbahnhof entschärfen

Die Lütgendortmunder Bezirksvertreter möchten die Situation entschärfen. Ein Antrag der Grünen-Fraktion stieß bei der Verwaltung allerdings nicht auf offene Ohren.

Sie schreibt: „Aufgrund der vielfachen Querungen und der Nähe zum Busbahnhof wurde die Geschwindigkeit bereits auf 30 km/h reduziert. Darüber hinaus stehen Signalanlagen für eine sichere Querung der Straße zur Verfügung. Die Unfalllage ist unauffällig.“

Nur wenige Meter vom Busbahnhof entfernt befindet sich diese Fußgänger-Ampel. Die ältere Dame hier verhält sich vorbildlich, viele andere Passanten oftmals nicht.

Nur wenige Meter vom Busbahnhof entfernt befindet sich diese Fußgänger-Ampel. Die ältere Dame hier verhält sich vorbildlich, viele andere Passanten oftmals nicht. © Beate Dönnewald

Die Einrichtung der vorgeschlagenen „Shared-space-Zone“ (Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, Anm. der Redaktion) lehnt die Verwaltung ab. Sie würde aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zu einer Verschlechterung der Verkehrssicherheit führen, heißt es in der Begründung.

Grüne: Sicherheitsproblem muss schnellstmöglich beseitigt werden

Grünen-Sprecher Frank Meyer hält dagegen: „Die nicht auszuschließende ordnungswidrige Überquerung der Lütgendortmunder Straße vor dem Rewe ist und bleibt ein unzumutbares Sicherheitsproblem, welches schnellstmöglich beseitigt werden muss.“ Die Grünen forderten deshalb die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone zwischen den beiden Fußgängerampeln.

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Meyer schreibt, er habe noch einmal das Gespräch mit der Stadt gesucht: „Eine telefonische Rücksprache ergab, dass es keinen Handlungsbedarf gebe, da es dort noch keine schlimmeren Unfälle gegeben habe“, berichtet er und ist entsetzt: „Die Argumentation ist nicht nachvollziehbar, wären doch die Bürger selbst die betroffenen Unfallopfer, die die Fachverwaltung als Handlungsbedingung nennt.“

Die Fußgänger positionieren sich auf der Busspur, um von dort in einem "günstigen" Moment über die Straße zu eilen.

Die Fußgänger positionieren sich auf der Busspur, um von dort in einem "günstigen" Moment über die Straße zu eilen. © Beate Dönnewald

SPD fordert Ortstermin mit der Verwaltung am Busbahnhof

Auch die SPD will in dieser Sache nicht lockerlassen. Sie ist ebenso der Meinung, dass sich die Fußgänger am Busbahnhof in Gefahr bringen. „Sie queren dabei die Straßen zwischen den Bussteigen und missachten den vorhandenen Autoverkehr“, so Andreas Lieven.

Der SPD-Sprecher fordert in seinem Antrag einen Ortstermin mit der Verwaltung: „Die Situation ist so verfahren und bedarf einer schnellen kreativen Lösung.“

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