BVB-Abend hat juristisches Nachspiel: Ermittlungsverfahren gegen die Veranstalter läuft

hzBVB-Spezial

Die viel diskutierte Veranstaltung „BVB-Geschichten zum Schmunzeln“ fanden nicht alle komisch. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen die Veranstalter eingeleitet.

Marten

, 13.01.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der BVB-Abend im Meilenstein sorgt auch knapp zwei Monate nach der Veranstaltung weiter für Diskussionen. Am 22. November 2019 veranstaltete der Martener Moderator Peter Schiefelbein sein zweites „BVB-Spezial“.

Mit Gegenwind hatte er dabei nicht gerechnet. Schließlich sei die erste Ausgabe gut angenommen worden, so Schiefelbein, der auch Mitglied im Martener Forum und der Lenkungsrunde des Stadtbezirksmarketings Lütgendortmund ist.

Doch jetzt liegt eine Anzeige gegen ihn und die Forums-Vorsitzende Monika Rößler vor. Die Staatsanwaltschaft Dortmund, so bestätigt eine Sprecherin, hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Veranstalter und Ausrichter des BVB-Abends eingeleitet. Der Grund: eine mutmaßliche Urheberrechtsverletzung.

Bundesliga-Spiel über privaten DAZN-Account gezeigt?

Ein Dortmunder, der seinen Namen nicht in der Öffentlichkeit lesen möchte, wurde deshalb als Zeuge geladen, wie er verrät. „Ich war von Anfang an Gegner der Veranstaltung“, sagt er.

Das Urheberrecht sei beim BVB-Abend definitiv verletzt worden. „Peter Schiefelbein hat sein privates DAZN-Abo benutzt, um das Bundesliga-Spiel Dortmund gegen Paderborn zu zeigen“, erklärt er. „Das darf er aber nicht.“

Er könne deshalb den Ärger des Martener Wirts Michael Smajlovic gut verstehen, sagt der Mann. Der Wirt hatte im Vorfeld Peter Schiefelbein und das Martener Forum als Ausrichter hart kritisiert.

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Veranstaltung zum Leidwesen der Martener Gastronomen

„Mit Steuergeld wird eine Übertragung des Fußballspiels [...] mit Freibier und kostenloser Currywurst zum Leidwesen der in Marten noch vorhandenen Gastronomen veranstaltet [...]“, wetterte Michael Smajlovic gegen den BVB-Abend, der tatsächlich ausschließlich mit Mitteln des Stadtbezirksmarketings finanziert wurde, wie Schiefelbein erklärt.

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Smajlovic ärgerte sich vor allem über die Bundesliga-Übertragung im Meilenstein. Denn Wirte zahlen pro Monat circa 1000 Euro für Sky und ähnliche Anbieter. Nach Informationen der Redaktion hat aber nicht er die Anzeige erstattet.

BVB-Abend hat juristisches Nachspiel: Ermittlungsverfahren gegen die Veranstalter läuft

Der Martener Wirt Michael Smajlovic hat den BVB-Abend im Vorfeld kritisiert. © (A) Beate Dönnewald

„Es ist einfach nur lächerlich und böse“

Peter Schiefelbein und Monika Rößler zeigen sich auf Anfrage dieser Redaktion überrascht und schockiert von dem laufenden Ermittlungsverfahren. „Noch haben wir keine Post bekommen. Wir wissen bisher nichts davon“, sagen beide.

Sie sind enttäuscht von einer derartig negativen Reaktion zu einem Abend, der allen Martenern Freude bringen sollte. „Es ist wirklich unglaublich, was da passiert – einfach nur lächerlich und böse“, sagt Monika Rößler.

Das steht in den DAZN-Nutzungsbedingungen

Peter Schiefelbein veranstaltet seit 2006 Public Viewings an verschiedenen Orten. Nie habe es Schwierigkeiten oder Beschwerden gegeben, sagt er.

Zudem sei es erlaubt, das Spiel mit einem privaten DAZN-Account zu zeigen. „Ich habe mich informiert“, erklärt er. „Solange nicht mehr als 300 Menschen anwesend sind, nichts verkauft oder Eintritt genommen wird, geht das.“

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Zumindest in den DAZN-Nutzungsbedingungen steht allerdings etwas anderes. Zwar ist es richtig, dass man DAZN „nur für nichtgewerbliche Zwecke“ nutzen darf, allerdings soll das Programm des Streamingdienstes lediglich auf „dem erlaubten Gerät“ des Abonnenten gezeigt werden. Zudem dürfe DAZN nur an Orten geschaut werden, an denen es nicht „von Teilen der Öffentlichkeit zeitgleich mitgeschaut werden kann“.

„Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt“, sagt Peter Schiefelbein. Auch Monika Rößler bleibt vorerst ruhig. „Ich muss das erst einmal sacken lassen, aber ansonsten lasse ich alles gelassen auf mich zukommen“, erklärt sie. Alles Weitere wird nun die Staatsanwaltschaft klären.

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