BVB-Helden vertrauen bei ihrer Rasenpflege gerne der Firma Rathke

hzWirtschaft in Dortmund

Lars Ricken lässt seinen Rasenmäher hier warten, Formel-1-Reporter Heiko Waßer auch. Es sind nicht nur prominente Dortmunder, die seit 40 Jahren auf eine Spezialfirma in Kirchhörde setzen.

Kirchhörde

, 07.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit 40 Jahren werden an der Hagener Straße in Kirchhörde Gartengeräte verkauft - und auch repariert. Seit 1994 schwingen Birgit und Roland Rathke hier das Zepter. Zum Firmenjubiläum sprechen sie gerne darüber, was sie mit prominenten Dortmundern erlebt haben. Zusammen mit den Mechanikern Benjamin Marohn und Mustafa Coban stellt das Ehepaar Rathke den Betrieb sicher. Zuvor gab es hier schon 20 Jahre lang die Firma Mohr. Auch die machte auf dem früheren Tankstellen-Grundstück in Gartengeräte.

Die Rathkes, Anfang der 90er-Jahre beide im öffentlichen Dienst, übernahmen das Geschäft - und haben heute fast ein Alleinstellungsmerkmal. Von diesen inhabergeführten Geschäften gibt es nicht mehr viele. Im Dortmunder Süden schon gar nicht. „Viele, die in meinem Alter sind, hatten Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Die Geschäfte sind mittlerweile zu“, sagt der 62-Jährige.

Roland Rathke mit einer Stihl- Motorsäge aus dem Jahr 1969. Die wiegt noch gute 15 Kilo. Seine Frau hat das aktuelle Modell in der Hand, das bringt gerade fünf Kilo auf die Waage.

Roland Rathke mit einer Stihl- Motorsäge aus dem Jahr 1969. Die wiegt noch gute 15 Kilo. Seine Frau hat das aktuelle Modell in der Hand, das bringt gerade fünf Kilo auf die Waage. © Jörg Bauerfeld

Seit über 20 Jahren setzt die Firma Rathke auf die Marken Stihl, Viking oder Sabo. Geräte, die „ein paar Euro teurer sind als die aus dem Baumarkt“, so Rathke, dafür aber auch langlebiger. Und durch das Langlebige und die damit verbundenen Wartungen gibt es nicht nur genug Arbeit in der angrenzenden Werkstatt, sondern es gibt auch einen engen Kontakt zu den Kunden.

Schlüssel liegen bei den Kunden bereit

„Wenn ich bei jemanden den Aufsitzmäher zur Inspektion oder Reparatur abhole, weiß ich meistens, wo die Besitzer den Schlüssel hinterlegt haben. Da brauche ich nur kurz Bescheid zu sagen“, sagt Rathke. Das ist so bei dem Hausbesitzer nebenan, aber auch bei dem einen oder anderen prominenten Kunden.

Da ist zum Beispiel Heiko Waßer. Der Kommentator der Formel-1-Rennen bei RTL lebt in Kirchhörde und lässt seine Gartengeräte von der Firma Rathke warten. Ob es hier auch ein „Schlüssel-Agreement“ gibt, möchte Roland Rathke aber nicht verraten.

Die Reparaturwerkstatt war ganz früher einmal eine Tankstelle.

Die Reparaturwerkstatt war ganz früher einmal eine Tankstelle. © Jörg Bauerfeld

Oder Lars Ricken. Der ehemalige BVB-Profi und heutige Nachwuchschef des Fußball-Bundesligisten ist ebenfalls Kunde an der Hagener Straße 199. „Heute hat er seinen Aufsitzmäher zurückbekommen“, sagt Birgit Rathke. Sie ist zusammen mit ihrem Mann für Verkauf und Service zuständig. Und sie erinnert sich gern an weitere BVB-Profis aus vergangenen Tagen.

Handynummer von Christian Wörns

„Der Christian Wörns, der war klasse. Da habe ich die Handynummer heute noch“, sagt Rathke. „Ein lieber Kerl, durch und durch.“ Als der ehemalige BVB-Profi und heutige U18-Nationaltrainer aus Dortmund wegzog, stand sein Haus noch länger leer. „Immer wenn die Gärtner Probleme mit den Rasenmähern hatten, wurden wir gerufen“, sagt Rathke.

Aber auch andere BVB-Größen wie Knuth Reinhard, Steffen Freund und Andy Möller hatten in der Firma Rathke einen zuverlässigen Partner. „Die heutigen Profis brauchen ja keine Rasenmäher mehr“, so Rathke. Heute würden Immobilien gemietet und wenn Rasen dabei wäre, gäbe es eine Gartenfirma.

Rasante Entwicklung bei den Gartengeräten

Roland Rathke und seine Frau Birgit haben in ihrer Zeit als Selbstständige die rasante Entwicklung bei den Gartengeräten mitgemacht. So „sind die elektrischen Rasenmäher, die noch mit einem Kabel an die Steckdose angeschlossen werden, auf dem Rückzug“, so Rathke. Dafür sind es heute welche mit Akkus.

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„Das lohnt sich bei Flächen von 500 bis 600 Quadratmetern“, sagt der Gartengeräte-Experte. Auch Aufsitzmäher würden schon mit Akku-Antrieb angeboten. „Aber die sind noch sehr teuer“. Hier empfiehlt Rathke noch die mit Benzinmotor. „Die sind auch in der Regel kräftiger.“

Mäh-Roboter nicht für jeden etwas

Und was ist mit den Mäh-Robotern, die heute ihre Runden über diverse Rasenflächen ziehen? Klar, auch die gibt es an der Hagener Straße. Obwohl, so richtig warm scheint Roland Rathke damit nicht zu werden.

„Das geht, wenn der Rasen eben ist. In einem Maulwurfshaufen fahren die sich schon fest.“ Und dann ist da noch die Sache mit der Technik. Die App, mit der die Mäher gesteuert werden. „Für ältere Menschen ist das schon kompliziert. Da wird für die alt gewordenen Eltern ein Mähroboter angeschafft, weil es mit dem Rasenmähen nicht mehr so klappt. Und dann kommt das Technik-Problem.“

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