Café stellt Poller gegen Kinderwagen auf - auch eine Option für Dortmund?

hzKinderfreundlichkeit

Weil Eltern mit ihren Kinderwagen zu viel Platz einnahmen, versperrte eine Cafébetreiberin den Eingang - und löst eine Welle der Empörung aus. So reagieren Dortmunder Cafés auf die Aktion.

Dortmund

, 09.12.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Poller dieser Art sieht man sonst am Flughafen, vor Rolltreppen. Sie sollen verhindern, dass Leute ihre Gepäckwagen auf die Rolltreppe schieben.

Doch eine Berliner Gastronomin hat solche metallenen Poller nun auch vor ihrem Café aufgebaut. Um Kinderwagen draußen zu halten, die in der Vergangenheit, so die Besitzerin, immer wieder für Platzprobleme und Schäden im Café gesorgt hätten.

Ein Schriftsteller teilte ein Bild vom Eingang auf Twitter - und löste damit eine Welle der Empörung in der Hauptstadt aus. Nicht nur bei Eltern - schließlich sind die Poller auch für Menschen, die mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs seien, ein zusätzliches Hindernis.

Man kann für alles eine Lösung finden

Auch in Dortmunder Cafés hat man wenig Verständnis für die Entscheidung der Cafébetreiberin. Pia Danielmeier ist Inhaberin von „Herr Liebig“ an der Liebigstraße im Kreuzviertel. „Mann kann doch für alles eine Lösung finden“, sagt sie. Bei ihnen gebe es beispielsweise einen Hausflur, in dem man Kinderwagen abstellen könne. Dass Eltern sich weigerten, die Kinderwagen aus dem Weg zu räumen, hätte sie noch nicht erlebt.

Zu den Pollern sagt sie: „Ich finde, das ist Quatsch. Das sind doch schließlich die Kunden von morgen.“ Bei ihnen freue man sich über Eltern, die mit ihren Kindern ins Café kommen.

In der Wohnzimmer Cafébar am Neuen Graben sieht Mitarbeiterin Lena das ähnlich. „Wenn es mal zu eng wird, bitten wir die Gäste einfach, die Kinderwagen draußen oder im Flur abzustellen“, erzählt sie. Grundsätzlich gebe es aber keine Probleme. „Bei uns sind oft größere Müttergruppen“, berichtet sie. Das klappe immer gut.

Im Café Lotte waren Kinderwagen-Poller mal Thema

In der Café Lotte Brasserie an der Kaiserstraße habe man tatsächlich schon mal für einen kurzen Moment über solche Poller oder ähnliche Maßnahmen nachgedacht, berichtet der stellvertretende Geschäftsführer Lars Lübcke. „Wir fanden das dann aber doch nicht angebracht“, erklärt er. Unter den Stammkunden seien auch viele Mütter, die man nicht verprellen wolle.

Stattdessen versuche man nun, den hinteren Bereich des Cafés für Familien mit Kindern freizuhalten. So könnte man sich beispielsweise im vorderen Bereich trotzdem zu einem schnellen Meeting treffen oder in Ruhe einen Kaffee trinken.

Der Berliner Fall ist nicht der erste, in dem ein Café vorgeworfen wird, nicht gerade kinderfreundlich zu sein. Auf Rügen erlaubt ein Café abends keine Kinder mehr unter 14 Jahren. Und in einem Hamburger Café sind Kinder unter sechs Jahren nicht mehr erwünscht. Dieses Café wurde daraufhin sogar Opfer eines Farbanschlags.

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