Influencerin am Bundesgerichtshof

Cathy Hummels vor dem BGH: Das Urteil wird bundesweit relevant

Moderatorin Cathy Hummels wartet auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs. Es könnte weitreichende Folgen für alle Influencerinnen und Influencer in Deutschland haben.
Cathy Hummels muss sich vor dem Bundesgericht verantworten. Archivbild. © picture alliance/dpa

Wann beginnt Schleichwerbung? Was ist eine private Information? Wie muss Werbung auf Instagram gekennzeichnet werden? Diese Fragen soll der Bundesgerichtshof (BGH) anhand der Social-Media-Profile von Cathy Hummels und zwei weiteren Influencerinnen klären.

Cathy Hummels, Moderatorin und Ehefrau des BVB-Profis Mats, berichtet ihren 600.000 Instagram-Followern immer wieder von Beauty-Produkten, Klamotten oder Fitnessprogrammen und nennt dabei explizit bestimmte Produkte oder Marken. Vor dem Bundesgerichtshof soll nun geklärt werden, ob es sich bei diesen Posts um eine private Information handelt oder kommerzielle Werbung.

Sind Posts von Cathy Hummels Schleichwerbung?

Nach Angaben der Medienrechtskanzlei Wilde-Beuger-Solmecke sind Postings dann Schleichwerbung, wenn redaktionelle Texte und Werbung sich nicht deutlich absetzen. Auch ohne Gegenleistung könnte man von einem Posting profitieren – etwa durch zukünftige Firmenkooperationen.

Der Verband Sozialer Wettbewerb sah im Falle der 33-jährigen Hummels und bei zwei ihrer Kolleginnen aus Hamburg und Göttingen diese Grenze nun überschritten und klagte.

Im Speziellen geht es um die sogenannten „Tap Tags“, dabei handelt es sich um Markierungen, die User auf ihren Fotos oder Videos platzieren können. Mit ihnen kann man auf Freunde oder Bekannte hinweisen, aber eben auch auf Produkte oder Unternehmen.

Keine eindeutige Rechtsgrundlage

Letzteres machen Influencerinnen wie Cathy Hummels immer wieder, ihre Follower brauchen dann nur einen Klick und landen beim angepriesenen Produkt.

Dass eine rechtliche Einordnung aber nicht eindeutig ist, belegen auch frühere Urteile – die sind bislang nämlich unterschiedlich ausgefallen. Cathy Hummels war bislang in zwei vorangegangen Instanzen erfolgreich.

Die beiden Kolleginnen aus Hamburg und Göttingen unterlagen aber in früheren Verhandlungen. Die Entscheidung des BGH soll nun für Klarheit sorgen.

Es sei wichtig, Posts als Werbung zu kennzeichnen, wenn Geld floss oder wenn es Gegenleistungen gab, sagte Hummels selbst: „Aber genauso wichtig ist es, dass man auch seine freie Meinung noch entfalten kann.“

Das Urteil wird für den 9. September erwartet und wird nicht nur Auswirkungen für die Beklagten haben, sondern für alle deutschen Influencer. Im Falle einer Niederlage könnte Hummels künftig für Schleichwerbung abgemahnt werden.

Von dpa

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