Chaos um Tempolimit: Plötzlich gilt auf der Huckarder Straße doch Tempo 30

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Seit gut einem Jahr kämpfen die Bezirksvertreter für Tempo 30 auf der Huckarder Straße. Bislang wurde die Forderung abgelehnt. Jetzt stehen plötzlich neue Tempo-Schilder an der Straße.

Huckarde

, 18.02.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Huckarder Straße gehöre zum Hauptverkehrsnetz der Stadt Dortmund. So begründete die Dortmunder Tiefbauamts-Leiterin Sylvia Uehlendahl im Dezember 2019, warum Tempo 30 auf der Huckarder Straße keine Option sei.

Zudem sei eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften die Regel.

Nur in Ausnahmefällen weiche das Tempolimit davon ab, beispielsweise bei massiven Straßenschäden oder Unfallschwerpunkten. Beides gelte jedoch nicht für die Huckarder Straße, betonten die Stadt und die Polizei noch im Dezember.

Schilder überraschen die Autofahrer

Doch am Freitag (14.2.) fielen einer Facebook-Userin bei der Fahrt über die Straße Tempo-30-Schilder auf. Exakt in dem Bereich, in dem die Huckarder Bezirksvertreter das Tempolimit seit gut einem Jahr fordern.

Ab der Esso-Tankstelle bis kurz nach der Bahnunterführung nahe der Haltestelle „Huckarde Abzweig“ gilt nun Tempo 30. Zahlreiche Schilder sollen anderen Facebook-Nutzern zufolge bereits seit Donnerstag (13.2.) darauf hinweisen.

„Die haben was am Sender, an dieser stark befahrenen Hauptstraße auf 30 km/h zu begrenzen“, kommentiert einer von ihnen.

Bis vor kurzem galt hier noch Tempo 50.

Bis vor kurzem galt hier noch Tempo 50. © Carolin West (Archiv)

Andere zeigen Verständnis und stützen die Ansicht der Bezirksvertreter, dass dort häufig Unfälle passieren. Die Radfahrer unter den Kommentatoren hoffen nun auf eine rücksichtsvollere Fahrweise.

„Ich als Radfahrer finde es sehr gut“, schreibt ein User. „Ich hoffe, dass Dank Tempo 30 der Geschwindigkeitsunterschied zu meinen 20/25 km/h gering genug sein wird um diese Kamikaze-Überholaktionen nicht mehr erleben zu müssen. [...]“

Die Verkehrssituation wurde neu bewertet

Doch woher kommt das plötzliche Umdenken der Stadt? „In Abstimmung mit der örtlich zuständigen Polizeiinspektion unter Beteiligung der Verkehrsdirektion wurden die baulichen Gegebenheiten durch die Straßenverkehrsbehörde des Tiefbauamtes geprüft“, erklärt Stadt-Pressesprecher Christian Schön.

Die Verkehrsführung im Knoten Huckarder Straße/Hülshof verlange Autofahrern, insbesondere nicht-ortskundigen, viel Aufmerksamkeit ab. Getrennte Ampelschaltungen und eine schmalere Fahrbahn unter der Unterführung sorgen für Verwirrung.

„Aus diesem Grund wurde, abweichend von der ursprünglichen Bewertung, eine Geschwindigkeitsreduzierung angeordnet“, sagt Christian Schön. Inzwischen sei diese, wie von den Facebook-Usern beobachtet, auch bereits ausgeschildert.

Dennoch soll das Verkehrsgeschehen weiter beobachtet werden, um eine mögliche Verbesserung feststellen zu können. Die Facebook-Gemeinde hat jedoch Zweifel. „Wenn man brav fährt, geht das Hupen hinter einem los“, schreibt ein User. Andere berichten bereits jetzt von Überhol-Manövern.

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