Cherusker, Sueben, Teutonen und Co. – Warum diese Hörder Straßen germanische Namen haben

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Im Hörder Zentrum sind zahlreiche Straßen nach alten germanischen Stämmen benannt wie den Cheruskern oder den Teutonen. Woher stammte diese Idee? Und was haben die alten Römer damit zutun?

von Marc Dominic Wernicke

Hörde

, 12.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Teutonen, Sueben, Cimbern und Cherusker – Vielen sagen diese Begriffe heute nichts mehr. Es sind die Namen einiger Stämme, die im antiken Germanien lebten. Ihnen und anderen, wie etwa auch den Brukterern, Burgundern, Chatten, Goten, Lugiern und Sugambrern, sind rund um den Hörder Neumarkt zahlreiche Straßen gewidmet. Doch wieso wurden sie nach diesem Schema benannt?

Der Heimatforscher Willi Garth kann diese Frage beantworten: „Wendelin Seebacher war von 1908 bis 1927 Oberbaurat in Hörde. Er war für die Benennung dieser Straßen verantwortlich.“ Die Idee mit den germanischen Stämmen soll Seebacher gehabt haben, als er mit seinen Kindern Latein für die Schule übte.

Denn: All diese Völker waren den alten Römern wohl bekannt. Neben den germanischen Stämmen erinnern auch zwei Straßen an die belgischen Nervier und die Kelten, deren Sprachfamilie heute unter anderem in Irland, Schottland, Wales und der Bretagne fortbesteht.

Cherusker, Sueben, Teutonen und Co. – Warum diese Hörder Straßen germanische Namen haben

Das heutige Phoenix-Gymnasium an der Seekante wurde 1912 als sogenanntes "Lyzeum" erbaut. © Marc D. Wernicke

Doch Wendelin Seebacher hat im Hörder Stadtbild noch weitere Spuren hinterlassen: So ließ er im Jahr 1912 eine Schule bauen – das heutige Phoenix-Gymnasium an der Seekante. Darüber hinaus ordnete der Oberbaurat an, dass viele Straßen im Hörder Zentrum mit Platanen bepflanzt werden sollten. Einige davon stehen noch heute „Am Oelpfad“ in der Nähe des katholischen Friedhofs, auf dem sich Seebachers Grab gefindet.

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