Corona-Krise als Müll-Krise: Riesenandrang auf den Recyclinghöfen der EDG

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Kein Fußball, kein Treffen mit Freunden, da räumt man aus Langeweile schon mal den Keller auf. Doch wohin mit dem Gerümpel? Zu den Recyclinghöfen. Dort bricht alles zusammen.

Dortmund

, 18.03.2020, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer zu Hause bleiben muss und nichts Besseres zu tun hat, geht in den Keller, um ihn zu entrümpeln. Oder in die Garage. Oder auf den Dachboden: „Kein Fußball, kein Handball, keine Volkshochschule – heute räume ich mal den Keller auf.“ Auf diese Idee sind in Zeiten des Coronavirus offenbar viele Dortmunder gekommen. Jedenfalls bilden sich vor den sechs Recyclinghöfen der EDG (Entsorgung Dortmund GmbH) lange Schlangen.

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„Dort bricht alles zusammen“, sagte EDG-Sprecher Matthias Kienitz am Dienstag, zumal die Recyclinghöfe im Kreis Unna geschlossen seien und die Menschen von dort nach Dortmund kämen. Doch die Höfe in Dortmund seien auf Normalbetrieb ausgerichtet, was nun zur Überlastung führe.

Bio- und Restmüll werden immer eingesammelt

Bisher sind bei der EDG in Dortmund nur das Kundencenter in der Dechenstraße 13 und die Möbelbörse, Zeche Crone 12 in Hacheney geschlossen. Von der Schließung des Kundenbüros sind auch der Verkauf von Grauen Säcken, Biomüllis und Biotüte sowie die Herausgabe von Gelben Säcken betroffen.

Bei der Sperrmüll-Abholung sieht die EDG von der Barzahlung der Gebühr ab. Die Kunden erhalten im Nachgang einen Gebührenbescheid der Stadt. Die für Samstag (21.3.) geplante kostenlose Grünschnittannahme findet nicht statt.

Ob die Recyclinghöfe auch in Dortmund bei einer Verschärfung der Corona-Krise zur Aufrechterhaltung der Müllabfuhr geschlossen werden müssen oder nur noch eingeschränkt öffnen, ist nicht sicher.

Rücksichtnahme und Gesundheitsschutz

Aus Rücksichtnahme und zum Gesundheitsschutz sollte auf Anlieferungen und Besuche zum Erwerb von Biomüllis, -tüten und Grauen Säcken sowie die Abholung von Gelben Säcken an den Recyclinghöfen verzichtet werden. Gleiches gilt für die Abholung von Gelben Säcken am Empfang in der EDG-Verwaltung, Sunderweg 98.

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Die EDG halte die Entsorgungssicherheit der Stadt in jedem Fall aufrecht, betonte Kienitz. Die Restmülltonne und der Biomüll würden weiterhin eingesammelt, umgeladen und zur Verbrennungs-, beziehungsweise Kompostierungsanlage transportiert, so der EDG-Sprecher. Schon aufgrund der Seuchenabwehr sei man dazu verpflichtet. Die EDG gehöre im Rahmen der Daseinsvorsorge zur sogenannten kritischen Infrastruktur.

Nur in dringenden Fällen zum Recyclinghof

Um diese wichtige Prozesskette aufrechtzuerhalten, könnte die EDG als erstes solche Dienstleistungen wie die Papiersammlung einstellen. Die sei unter dem Aspekt der Hygiene nicht so bedeutsam, erläuterte Kienitz. Mitarbeiter zum Beispiel aus der EDV, der Personalverwaltung und dem Einkauf könnten auch auf verschiedene Weise die Müllabfuhr unterstützen. Kienitz: „Wir sind vorbereitet.“

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Noch ist es aber nicht so weit. Bei der Müllabfuhr gibt es noch keine Corona-Verdachtsfälle. Die Mitarbeiter sind an der frischen Luft und haben kaum Kundenkontakt.

Trotzdem empfiehlt der Unternehmens-Sprecher, nur in dringenden Fällen wie Umzug und Wohnungsrenovierung die aktuell überlasteten Recyclinghöfe aufzusuchen: „Wer seit einem halben Jahr Gerümpel im Keller liegen hat, für den ist es jetzt der falsche Zeitpunkt, das bei uns vorbeizubringen.“

Kunden können die EDG weiterhin telefonisch unter der Servicenummer 0231 9111-111 erreichen oder können ihre Anfrage per Mail an info@edg.de richten.

Unter www.edg.de sind darüber hinaus hilfreiche Informationen und Online-Formulare zu finden.

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