Corona-Krise: Bürger klagen über Wucherpreise beim Klopapier

hzEinkaufen in Corona-Zeiten

Wucherpreise für Klopapier sind im Dortmunder Süden gerade ein Thema. Wir sind dem nachgegangen, haben leere Regale vorgefunden und Interessantes erklärt bekommen.

Aplerbeck

, 27.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seien wir einmal ehrlich: Wenn die Nachfrage den Preis regeln würde, würde eine Rolle Klopapier derzeit fünf Euro kosten. Dann könnten sich alle „normalen“ Bürger bei denen bedanken, die den Hygieneartikel vermutlich tonnenweise zuhause horten.

Da aber trotz des reißenden Absatzes des mittlerweile seltenen Papiers keiner bereit ist, zu viel zu zahlen, geht der Blick der Käufer als erstes auf den Preis.

Empörung in den öffentlichen Netzwerken

Und da wurden in einem Rewe-Markt im Stadtbezirk Aplerbeck doch tatsächlich 13.99 Euro für 24 Rollen Toilettenpapier verlangt. In den öffentlichen Netzwerken machte sofort das Wort „Wucher“ die Runde.

Aber, stimmt das denn überhaupt? Ist der Preis überzogen? „Nein“, so ein Rewe-Marktleiter. Das Problem sei einfach im Moment die enorme Nachfrage nach Klopapier. „Würden die Kunden so einkaufen wie immer, gäbe es auch immer genügend Toilettenpapier in den Regalen.“

Das Liefern ist das Problem

Das Hamstern des Papiers nimmt mittlerweile wohl solche Formen an, dass die einzelnen Marktleiter selbst schauen müssen, wo sie die Ware herbekommen, um ihren Kunden überhaupt noch etwas anbieten zu können.

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So würden die großen Supermarkt-Ketten wie Rewe oder auch Edeka mit der Lieferung gar nicht mehr nachkommen. „Toilettenpapier ist noch genügend vorhanden. Das Liefern ist das Problem.“ Und so geht eben jeder Marktleiter allein auf Beutezug, um zu schauen, bei welchem Anbieter schnell Nachschub zu holen ist.

Teurer als die Rewe-Eigenmarke

Und dann kann es eben auch einmal teurer werden. Viele Kunden seien die günstigen Preise der Rewe-Eigenmarken gewohnt, so der Marktleiter.

„Aber es gibt auch teurere Produkte. Und wenn wir teuer einkaufen, müssen wir auch etwas teurer verkaufen“. Es seien in diesem Fall also keine Wucherpreise gewesen.

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Und was sagt die Rewe-Kette zu den Preisen in ihren Filialen? „Die Facebook-Nachrichten beziehen sich auf Produkte, die selbstständige Betreiber im Sinne ihrer Kunden in Eigenregie dazugekauft haben, um damit die Verfügbarkeit der aktuell extrem nachgefragten Artikel zu verlängern“, sagt Thomas Bonrath Pressesprecher der Rewe Markt GmbH.

Preis sei legitim und angemessen

In diesem Fall erwerbe der Händler die Ware selbst eben nicht zum Großhandelspreis der Rewe-Artikel, sondern deutlich teurer. Es sei legitim und angemessen, die Einkaufskosten für die kurzzeitig neuen Artikel in den Verkaufspreis einzukalkulieren, so Bonrath.

Es geht im Stadtbezirk Aplerbeck aber das Gerücht um, dass ein Rewe-Markt eine große Ladung günstiges Toilettenpapier erwartet. In der nächsten Woche soll das passieren.

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