Neue Pläne: 1500 Coronaschutz-Gegner wollen in Dortmund demonstrieren

Demo am Sonntag

Nach der viel diskutierten Groß-Demo in Berlin wollen sich am Sonntag bis zu 1500 Corona-Leugner in Dortmund treffen. Die Pläne haben sich nun geändert - sie demonstrieren mitten in der City.

Dortmund

, 07.08.2020, 10:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Teilnehmer einer kleineren Dortmunder Demo im Juni wähnt Deutschland als "Land der Lügen".

Ein Teilnehmer einer kleineren Dortmunder Demo im Juni wähnte Deutschland als "Land der Lügen". © Kevin Kindel

Ursprünglich wollten sie am Sonntag (9.8.) am Phoenix-See ein „Demo-Festival für Frieden und Freiheit“ abhalten. Doch nun hat die Organisation „Querdenken 231“ ihre Demonstration gegen die Corona-Regelungen in die Dortmunder City verlegt. Wie die Polizei am Freitag bestätigt, ist die Versammlung nun auf dem Hansaplatz vorgesehen.

Von 15 bis 20 Uhr wollen sich dort laut Polizei bis zu 1500 Menschen treffen. Noch am Freitagmorgen (7.8.) war die Rede von bis zu 800 Teilnehmern. Das hat sich bis zum Vormittag geändert. Unter ihnen sind, nach den Erfahrungen aus vergangenen Monaten, vielfach Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner, die die Gefahr der Pandemie herunterspielen.

„Maskeradefreies Erlebnis“ wird beworben

Ein Plakat, das in sozialen Medien kursiert, bewirbt ein „maskeradefreies Erlebnis“. Es gehe um die „Wahrung unserer Grundrechte“. Viele der Teilnehmer sehen etwa in der Mundschutz-Pflicht ihre persönliche Freiheit bedroht. Bei vergangenen ähnlichen Veranstaltungen waren auch stadtbekannte Rechtsextremisten vor Ort vertreten.

Der Polizeiführer des Einsatzes, Udo Tönjann, stellt klar: „Die Dortmunder Polizei sieht sich für die Gesundheitsvorsorge der Menschen in unserer Stadt verantwortlich. Bei der Begleitung der Demonstration auf dem Hansaplatz wird der Infektionsschutz gerade in Zeiten der bundesweit steigenden Infektionszahlen eine herausragende Rolle spielen.“ In Dortmund hat es am Donnerstag die drittmeisten Neufinfektionen seit Beginn der Pandemie gegeben.

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Polizeipräsident Gregor Lange betont im Vorfeld: „Die Versammlungsfreiheit ist ein elementares Grundrecht, der Schutz von friedlichen und gesetzeskonformen Demonstrationen gehört zur wesentlichen Aufgabe der Polizei. Die Versammlungsfreiheit findet ihre Grenzen jedoch in den allgemeinen Gesetzen, zu denen auch das Infektionsschutzgesetz gehört.“

Polizei will „entschlossen und konsequent einschreiten“

Udo Tönjann ergänzt: „Die Beachtung der Hygiene- und Infektionsschutzregelungen auch auf öffentlichen Versammlungen ist alternativlos. Gegen gesundheitsgefährdendes Verhalten werden wir entschlossen und konsequent einschreiten. Gegen das Virus ist niemand resistent.“

Die Dortmunder Polizei appelliert in diesem Zusammenhang an die Teilnehmer der Demonstration, die Hygienekonzepte dringend zu beachten. „Wer Abstände nicht einhält, handelt rücksichtslos und gefährdet andere“, so die Polizei in einer Pressemitteilung zum Thema.

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