Nächster Schul-Neustart: Erstklässler haben Probleme mit Corona-Regeln

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Die Dortmunder Schulen gehen den nächsten Schritt der Öffnung: Am Montagmorgen begann der Unterricht für weitere Jahrgänge. Dabei zeigten sich Unterschiede zu den bisherigen Schultagen.

Dortmund

, 11.05.2020, 13:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

An den Grundschulen und weiterführenden Schulen in Dortmund sind weitere Schüler in den Unterricht zurückgekehrt. Den Anfang machten am Montag (11.5.) die Erstklässler sowie die Schüler der so genannten „Q1“ (11. und 12. Klasse). Bereits am 7. Mai waren die Viertklässler in den Unterricht zurückgekehrt.

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Besonders für die Erstklässler und deren Eltern war es ein Neustart mit großer Ungewissheit. Das war etwa an der Grundschule am Nordmarkt zu spüren. „Die Kinder haben sich gefreut, wieder da zu sein. Sie wollten auch gar nicht lange über die vergangenen Wochen reden, sondern direkt Deutsch und Mathe machen“, sagt Schulleiterin Alma Tamborini.

Erstklässler müssen deutlich häufiger an die neuen Regeln erinnert werden

Was allerdings am ersten Tag in vielen Schulen auffiel: Der Umgang mit den neuen Abstands- und Hygieneregeln ist für die Erstklässler deutlich schwieriger als für die fast drei Jahre älteren Viertklässler. Mehrere Dortmunder Lehrer berichten, dass die „I-Männchen“ am ersten Tag häufiger an die Regeln erinnert werden mussten.

Da die Abstände zwischen den einzelnen Schultagen recht groß sind, rechnen einige Pädagogen damit, dass dies auch in den nächsten Wochen notwendig sein wird.

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Was schon in der vergangenen Woche beim Viertklässler-Start in Ansätzen zu beobachten war, setzte sich am Montag fort: Für manche Eltern ist der Neustart nicht einfach. „Insbesondere bei vielen Müttern habe ich es so wahrgenommen, dass sie verängstigt waren und ihre Kinder nicht so gerne in die Schule geschickt haben“, sagt Alma Tamborini.

Für viele Eltern in der Dortmunder Nordstadt ist die Situation kompliziert

Zwar hätten die Lehrer der Grundschule am Nordmarkt in den vergangenen Wochen intensiv durch Hausbesuche und regelmäßige Telefonate Kontakt zu Familien gehalten. „Aber es ist in der Nordstadt schon eine spezielle Herausforderung. Für viele Eltern ist die Situation mit versetzten Anfangszeiten und neuen Regeln kompliziert“, sagt die Schulleiterin.

Sprachbarrieren würden die Situation für Eltern in der Nordstadt erschweren. Hinzu komme die Lernsituation in den Haushalten. „Viele unserer Kinder haben weder digitale Endgeräte noch ein ausreichendes Internetvolumen. Sie haben häufig keinen Schreibtisch, auch ein Kinderzimmer mit Arbeitsplatz ist eher selten“, sagt Alma Tamborini.

Dortmunder Schulen fahren jetzt das „rollierende System“ hoch

In den Dortmunder Schulen wird ab sofort „rolliert“. Das bedeutet, dass die Jahrgangsstufen tageweise unterrichtet werden. Am Dienstag folgen die Zweitklässler.

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Für jeden Schüler stehen bis zum Schuljahresende (26.6.) also noch maximal sieben Präsenztage an, der Rest wird durch digitalen Unterricht auf Distanz ausgeglichen.

Nicht an allen Schulen ist es möglich, dass die Kinder von den Klassenlehrerinnen oder -lehrern unterrichtet werden, da diese teilweise zur Risikogruppe gehören und nicht arbeiten dürfen.

Stadt erhebt keine Kosten für Ganztagsbetreuung im Mai

Offen ist nach wie vor die Frage nach der offenen Ganztagsbetreuung. Das Schulministerium fordert die Schulen auf, die Betreuung nach Unterrichtsende weiter anzubieten. Im Detail ist aber noch nichts geregelt. Viele Schulen sehen sich personell und aus Gründen des Infektionsschutzes nicht in der Lage die Betreuung anzubieten.

Einige Schulen haben Eltern dazu aufgerufen, ihren Betreuungsbedarf zumindest anzumelden, damit sie reagieren können, falls es Lösungen gibt. Zugleich ist bereits festgelegt, dass auch für den Monat Mai keine Elternbeiträge für OGS-Betreuung und für die Verpflegung erhoben werden.

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