Corona-Management: So bewerten die Dortmunder die Arbeit der Stadt

hzRepräsentative Umfrage

Hat die Stadt Dortmund im Umgang mit der Corona-Pandemie alles richtig gemacht? Eine repräsentative Forsa-Umfrage von Ruhr Nachrichten und Radio 91,2 zeigt, wie zufrieden die Dortmunder sind.

Dortmund

, 06.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise verlangt den Dortmundern und ihrer Stadtverwaltung viel ab. Im Rathaus und im Stadthaus wurde die Arbeit binnen weniger Tage neu organisiert. Der frühzeitig eingerichtete Corona-Krisenstab hat die Prioritäten geordnet, Gesundheits-, Ordnungs- und Rechtsamt waren und sind zum Teil noch unter Dauerfeuer, was die Arbeit betrifft, viele Verwaltungsleistungen kamen aus dem Homeoffice.

Die Dortmunder sehen die Corona-Krise nach dem Verkehr und den Baustellen als zweitgrößtes Problem der Stadt. Doch in den Augen der weitaus meisten Bürger ist Dortmund bislang gut durch diese große Krise gekommen, hat die Stadtverwaltung ihre Aufgaben gut und effizient erledigt.

1004 wurden befragt

Das ist ein Ergebnis der repräsentativen Forsa-Umfrage, die die Ruhr Nachrichten gemeinsam mit Radio 91.2 zum Umgang mit der Corona-Krise in Auftrag gegeben haben. 58 Prozent der 1004 Befragten meinen, dass die Stadtverwaltung und der Krisenstab bisher alles richtig gemacht haben.

Nur 22 Prozent dagegen finden, dass einiges nicht gut gelaufen sei. Jeder Fünfte traut sich keine Einschätzung zu.

Am größten ist die Zustimmung der SPD-Anhänger (69 Prozent), am geringsten bei den Wählern der AfD (29 Prozent).

Es mussten Entscheidungen getroffen werden, die massiv in das Leben der Menschen eingreifen. Doch die Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens in der Corona-Krise werden von den 66 Prozent der Dortmunder für richtig und angemessen gehalten. Nur 14 Prozent sprechen sich gegen diese Maßnahmen aus, nennen sie übertrieben, darunter vor allem Anhänger von FDP und AfD. 19 Prozent dagegen finden sie im Gegenteil nicht ausreichend.

Für jeden Vierten sind die Einschränkungen keine Belastung

Die Einschränkungen empfindet jeder Fünfte (22 Prozent) als große Belastung. Für die Hälfte (50 Prozent) sind die Einschränkungen eine nicht so große, für ein Viertel (27 Prozent) so gut wie keine Belastung.

Immer wieder neue Erlasse

Die Stadtspitze und ihre Mitarbeiter mussten schnell auf immer wieder neue Erlasse reagieren, die häufig über Nacht und auch am Wochenende kamen. Zweifelsfragen waren zu klären und die Ergebnisse öffentlich zu machen – alles im Spannungsfeld zwischen Schnelligkeit und Sorgfalt. Trotz dieser Widrigkeiten fühlen sich drei Viertel der befragten Bürger durch die Stadt über die Corona-Krise, ihre Auswirkungen sowie die getroffenen Schutzmaßnahmen und Einschränkungen ausreichend informiert.

Besonders im Fokus standen das Gesundheits- und das Ordnungsamt, letzteres vor allem, was die Kontrollen der Corona-Schutzmaßnahmen betrifft. Über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) glaubt, dass die Dortmunder für die vielen Einschränkungen Verständnis haben und sich daran halten. 42 Prozent allerdings meinen, dass es doch viele Bürger gibt, die den Regelungen zuwiderhandeln.

Auf der einen Seite gibt es große Zustimmung für das Handeln der Stadt, doch aus der Sicht derjenigen, die den Umgang der Stadt mit der Corona-Krise kritisch sehen, hätte die Verwaltung einiges besser machen, etwa früher reagieren oder andere Regelungen treffen (24 Prozent) können.

Mehr Kontrollen gewünscht

Neben mehr Kontrollen zur Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen (16 Prozent) hätten sich 22 Prozent eine bessere Informationspolitik gewünscht. So hätten sie unter anderem gern mehr über das Krisenmanagement erfahren (27 Prozent), über Verbote und Erlaubtes (21 Prozent) und hätten sich mehr Informationen zu Corona-Tests (8 Prozent) und Hilfsangebote für Bürger (5 Prozent) gewünscht.

Insgesamt 13 Prozent der Verbesserungsvorschläge von Kritikern zielten auf die Arbeit der Bürgerämter bei der Stadtverwaltung, was Erreichbarkeit und Öffnungszeiten betrifft. Nur zehn Prozent bemängelten laut Umfrage fehlende Regelungen für Kitas und Schulen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt