Corona-Missverständnis legt Zug im Dortmunder Hauptbahnhof lahm

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Ein Corona-Verdachtsfall hat am Donnerstag am Hauptbahnhof Dortmund drei Züge ausfallen lassen und für Verspätungen gesorgt. 19 Personen mussten eine Stunde im einem Zug am Gleis ausharren.

Dortmund

, 30.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Zug der Eurobahn ist am Donnerstagmittag (30.7.) an Gleis 2 des Dortmunder Hauptbahnhofs lahmgelegt worden. Fünf Bundespolizisten, mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattet, holten einen Mann aus dem Zug der Linie RB 59.

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Doch im Endeffekt war es ein Missverständnis, das den Zug knapp eine Stunde an Gleis 2 stillstehen ließ. Auf Anfrage berichtet ein Sprecher der Bundespolizei, dass sich ein Mitarbeiter der Eurobahn bei ihnen um 11.50 Uhr gemeldet hatte.

Dieser habe im Zug ein Telefongespräch eines Fahrgastes mitbekommen, der demnach davon sprach, dass er Kontakt mit einer Person gehabt habe, deren Testergebnis auf das Coronavirus noch ausstehe.

19 Personen saßen in dem Zug fest

Die fünf Einsatzkräfte machten den Verdachtsfall dann mithilfe des Eurobahn-Mitarbeiters im Zug ausfindig.

Sie „separierten“ den 31-jährigen Mann aus Soest demnach vom Rest des Zuges –gingen also mit ihm hinaus ins Freie. Da habe er gesagt, dass es bei dem Telefongespräch um seine Freundin gegangen sei.

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Dass gleich fünf Bundespolizisten im Einsatz waren, hatte laut dem Sprecher den Grund, dass neben drei voll ausgebildeten Beamten auch zwei Anwärter dabei waren.

In diesem Fall sei die Anzahl von fünf Einsatzkräften von Vorteil gewesen, denn gleichzeitig mussten sie dafür sorgen, dass die anderen 17 Reisenden und die zwei Mitarbeiter den Zug nicht verlassen und niemand zusteigt.

Kontaktperson wurde negativ getestet

„Wir sind letztendlich keine Ärzte“, sagt der Sprecher der Bundespolizei. Deshalb habe man die Situation gesichert und die Feuerwehr kontaktiert. Diese habe sich dann an das Gesundheitsamt gewandt. Dieses wiederum rief bei der Stadt Soest an.

Die Anfrage sei nötig gewesen, um zu klären, wie es um den Gesundheitszustand der besagten Freundin des 31-Jährigen steht. Wie Dortmunds Stadtsprecherin Anke Widow auf Anfrage sagt, ergaben die Ermittlungen des Gesundheitsamtes jedoch, dass die Frau nachweislich negativ getestet worden sei.

Das sei auch der Bundespolizei so mitgeteilt worden, sagt deren Sprecher. Somit konnte sie nach knapp einer Stunde Entwarnung geben. „Das war ein großes Missverständnis“, sagt er. „Aber sicherlich ärgerlich für alle anderen Reisenden“.

Zug aus dem Verkehr genommen und desinfiziert

Denn im Endeffekt fielen deshalb drei Züge auf der Strecke zwischen Dortmund und Soest komplett aus, zwei weitere verspäteten sich. Wie der Hellweger Anzeiger erfuhr, sei der betreffende Zug – der planmäßig um 11.34 Uhr von Dortmund aus Richtung Soest losfahren sollte – vom Eurobahn-Betreiber Keolis zunächst aus dem Betrieb genommen und desinfiziert worden.

Mit einem neuen Zug und der Fahrt um 14.04 Uhr ab Dortmund wurde der Betrieb laut Eurobahn wieder aufgenommen.

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