Verbreitet sich Corona unbemerkt an Kitas? Mit einer hohen Beteiligung an Selbsttests ließe sich das herausfinden. Die Dortmunder Kitas werden nun mit den Tests beliefert. © dpa

Corona-Schnelltests in Kitas: Was Eltern in Dortmund wissen sollten

Zwei Corona-Schnelltests pro Mitarbeiter und Woche, zwei auch für jedes Kita-Kind – das hat das Land allen Kindergärten versprochen. Wie kommen die Tests an? Was müssen Eltern dann tun?

Nicht nur für die Schulen soll es genügend Selbsttests geben, sondern auch für die Kitas – das hat das Land NRW bekräftigt. In dieser Woche soll es losgehen. Sind die Tests schon da? Was müssen Eltern und Erzieher ansonsten wissen?

Wie und wann kommen die Tests in den Kitas an?

Das Land hatte angekündigt, den ersten Schwung Schnelltests für die Kinder und die Beschäftigten in den Kitas zentral in Dortmund anzuliefern. Das sollte am Montag auch geschehen. Zunächst landen die Tests beim Jugendamt, wo eingeteilt wird, welcher Träger mit welchen Kitas wie viele tatsächlich braucht. „Die Träger kümmern sich dann ab Dienstag um die Verteilung an ihre Einrichtungen“, erklärt Stadtsprecherin Katrin Pinetzki.

Läuft das dann immer so ab?

Nein, vermutlich nicht. „Ab der zweiten Lieferung sollen die Kitas direkt vom Land beliefert werden“, ergänzt Stadtsprecherin Pinetzki. Das sei auch gut so, ergänzt Jochen Schade-Homann, Pfarrer und beim evangelischen Kirchenkreis zuständig für die Kitas: „Wir haben da jetzt einen immensen logistischen Aufwand, den wir so nicht jede Woche leisten können.“ Das habe man auch so in Richtung Ministerium kommuniziert. Allein für die evangelischen Kitas in Dortmund habe man da wöchentlich 10.000 Selbsttests.

Was passiert in den Kitas mit den Tests?

Die Kitas sollen die Selbsttests einerseits an ihre Mitarbeiter weitergeben, damit jeder sich zwei Mal pro Woche testen kann. Andererseits sollen die Eltern pro Kind und Woche auch zwei Selbsttests erhalten. „Das ist eine Riesen-Aktion und freiwillig“, unterstreicht Schade-Homann.

Wenn das freiwillig ist, wie hoch ist dann wohl die Beteiligung?

Man hoffe hoch, sagt Schade-Homann: „Es soll ja helfen, dass die asymptomatische Verbreitung aufgedeckt wird“ – also die Fälle aufzudecken, in denen Kinder weder Schnupfen noch Husten haben, aber das Coronavirus im Körper, das sie eventuell weitergeben an andere. Allerdings hat Schade-Homann auch die Erfahrung aus den vergangenen Wochen von den Mitarbeiter-Tests, die bisher zwei Mal pro Woche erlaubt waren.

Wie war da die Beteiligung?

Zweigeteilt, berichtet Schade-Homann: „Wo es uns gelungen ist, einen Arzt zu gewinnen, der in den Einrichtungen Tests durchführt – da sehr hoch, wenn auch nicht bei 100 Prozent.“ Ansonsten: „Nicht so hoch.“

Was passiert, wenn der Selbsttest bei einem Kind positiv ist?

„Wir gehen davon aus, dass die Eltern uns über einen positiven Selbsttest informieren“, sagt Schade-Homann. Wohl wissend, dass das nicht in 100 Prozent der Fälle so sein dürfte. Bei einem positivem Selbsttest soll das Kind dann einen PCR-Test in einem Testzentrum machen, bis zum Ergebnis Kontakte vermeiden und sich in häusliche Quarantäne begeben.

Ist die ganze Kita dann dicht?

Vermutlich nicht. Die Kita erstellt für das Gesundheitsamt dann eine Liste der Kontaktpersonen. Das sind im Regelfall alle anderen Kinder der Gruppe plus die Erzieher, die im jeweiligen Infektionszeitraum mit dem Kind in einem Raum waren.

Könnten sich die Kitas nicht bestätigen lassen, welche Eltern mit ihren Kindern Selbsttests gemacht haben und welche nicht?

„Das wäre eine Bürokratie, die viel zu weit ginge“, findet Schade-Homann. Aber er berichtet von einem Fall, in dem ein Vater tatsächlich so etwas gefordert habe: die Gruppen trennen nach den Kindern, die einen negativen Selbsttest gehabt hätten, und nach den anderen. Das aber hält Schade-Homann für nicht umsetzbar. Zumal: Selbsttests gelten als fehleranfälliger als Schnell- oder PCR-Tests. Und eigentlich sagen sie auch nur aus, dass eine Person am jeweiligen Tag nicht ansteckend ist. Für die Folgetage haben sie nur bedingt eine Aussagekraft.

Was ist mit den Kindern, die zu Tagesmüttern oder -vätern gehen?

Auch denen stehen Tests zu, die über ihre Betreuungspersonen verteilt werden.

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Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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