Corona-Abi 2020: Zeugnis-Verleihung mit Eltern, aber ohne Stöckelschuhe

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Wegen des Coronavirus mussten die Schüler der Abschlussklassen schon auf einiges verzichten. Nun suchen Gymnasien und Gesamtschulen nach Lösungen für eine feierliche Abi-Zeugnis-Verleihung.

Mengede, Huckarde, Lütgendortmund

, 30.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Abschlussjahrgänge 2020 sind wegen des Coronavirus schwer gebeutelt. Deshalb sind sich alle Schulleiter im Dortmunder Westen einig, dass die Schüler zumindest ihre Zeugnisse feierlich und im Beisein ihrer Eltern bekommen sollen.

Seit Mittwoch (27.5.) wissen sie, dass Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) genauso denkt. Das Land werde in den nächsten Tagen die rechtlichen Regelungen hinsichtlich der Einhaltung der Infektions- und Hygieneregeln schaffen, versprach sie.

Das Versprechen war quasi der Startschuss für die Schulen, in die konkrete Planung einzusteigen. Denn für alle steht fest: Die Zeugnisse zu verschicken ist keine Lösung.

Planungen sind unterschiedlich weit fortgeschritten

Weit fortgeschritten sind die Planungen am Heinrich-Heine-Gymnasium in Nette. „Wir werden die Zeugnisse in unserer Dreifach-Turnhalle übergeben“, sagt Schulleiterin Susanne Köhnen. Für die 64 Abiturienten und ihre Eltern sei dort am 19. Juni ausreichend Platz, um die Abstandsregeln einzuhalten.

Susanne Köhnen ist Chefin am Heinrich-Heine-Gymnasium in Dortmund-Nette.

Susanne Köhnen ist die neue Schulleiterin des Heinrich-Heine-Gymnasiums. © Ilka Bielefeld

Man wolle es für die Schüler so feierlich wie möglich machen, dennoch sei die Veranstaltung von einem „schulisch-dienstlichen Zweck geprägt“. Auch bei der Kleiderordnung gibt es eine Einschränkung. „Stöckelschuhe sind wegen des Hallenbodens nicht erlaubt, wir müssen auf Gummisohlen achten.“

Am Bert-Brecht-Gymnasium in Kirchlinde wird die Abschluss-Feier in der großen Aula stattfinden. „Unsere erste Idee, die Zeugnisse draußen zu überreichen, haben wir wieder verworfen. Das kriegen wir nicht beschallt“, sagt Schulleiterin Sabine Schmidt-Strehlau.

Sabine Schmidt-Strehlau ist seit 2017 Chefin am Bert-Brecht-Gymnasium in Dortmund-Kirchlinde.

Sabine Schmidt-Strehlau ist seit 2017 Chefin am Bert-Brecht-Gymnasium. © Stephan Schütze

Sie habe sich schon früh weit aus dem Fenster gelehnt und ihren Schülern eine feierliche Zeugnis-Übergabe versprochen. „Die hatten doch nichts bisher, keine Motto-Woche, keinen Chaos-Tag, keinen Abiball.“

116 Kirchlinder Abiturienten sollen am 25. Juni ihre Abschluss-Zeugnisse erhalten. „Bei einem Durchgang kann jeder Schüler nur von einem Elternteil begleitet werden, bei zwei Durchgängen können alle Eltern teilnehmen“, erklärt die Schulleiterin. Welche Variante zum Zuge kommt, steht noch nicht fest.

Gesamtschulen müssen für zwei Jahrgänge planen

Am Reinoldus- und Schiller-Gymnasium in Dorstfeld ist man noch unschlüssig. „Eine Verleihung unter freiem Himmel wäre für mich die einzige Alternative, mit einem ruhigen Gewissen die Veranstaltung durchzuführen“, sagt Rektorin Karola Hügging. Allerdings sei man dabei vom Wetter abhängig.

Karola Hügging leitet das Reinoldus-Schiller-Gymnasium in Wischlingen/Dorstfeld

Karola Hügging leitet das Reinoldus-und-Schiller-Gymnasium. © Stephan Schütze (A)

Klar sei, dass es am 27. Juni für über 100 Abiturienten und ihre Eltern keinen Raum in der Schule gebe, der groß genug sei, um die Abstandsregeln einzuhalten. Eine Lösung könnten mehrere Veranstaltungen für kleinere Gruppen sein. „Die Schüler haben einen würdigen Rahmen verdient“, betont Hügging.

Auch an der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Huckarde gibt es noch keinen Masterplan für die Zeugnis-Verleihung. „Für unsere Planung warten wir noch auf genaue Instruktionen aus dem Ministerium“, sagt Schulleiterin Ilka Wandelt.

Schulleiterin Ilka Wandelt von der Gustav-Heinemann-Gesamtschule

Schulleiterin Ilka Wandelt von der Gustav-Heinemann-Gesamtschule © Schule

Zudem müsse nicht nur die Zeugnisvergabe der Abiturienten, sondern auch die der Schüler geplant werden, die nach der zehnten Klasse von der Schule abgehen.

Schüler gehen über den Catwalk

Die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Lütgendortmund muss sich ebenfalls um zwei Abschluss-Jahrgänge kümmern. Die Schule plant in beiden Fällen eine Zeugnisvergabe im Atrium. „Dort gibt es so etwas wie einen ‚Catwalk‘, über den die Schüler zur Verleihung laufen können“, erklärt Schulleiter Tobias Schnitker.

Tobias Schnitker ist der Leiter der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Dortmund-Lütgendortmund.

Tobias Schnitker ist der Leiter der Heinrich-Böll-Gesamtschule. © Carolin West (A)

So sollen nicht nur die Kleider, die die meisten Schülerinnen bereits gekauft haben, gewürdigt werden, sondern auch ein besonderer Rahmen für die Veranstaltung geschaffen werden. Damit auch Eltern dabei sein können, werden die Schüler in Kleingruppen mit ihren Freunden zusammengefasst. „Wir möchten unsere Schüler trotz allem mit einem guten Gefühl entlassen“, sagt Schnitker.

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