Coronavirus: Der SC Husen-Kurl spielt weiter Fußball - aber etwas anders

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In Corona-Zeiten liegt das Vereinsleben weitgehend brach – nicht so beim SC Husen-Kurl, der eine andere Möglichkeit für seine Mitglieder gefunden hat, miteinander in Kontakt zu kommen.

Husen

, 25.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klicken statt kicken: Der SC Husen-Kurl überbrückt die Corona-Krise mit Online-Sport. „Wir haben vor ein paar Tagen einen Aufruf für ein Fifa-20-Turnier rumgeschickt“, sagt Sprecher Timo Lammert „und hatten wirklich überhaupt keine Ahnung, wie viele Mitglieder das wohl interessieren könnte.“ Wenn es 15 würden, so dachten die Organisatoren, sind es viele. Am Ende wurden es 44, und der Verein weitete den Modus aus. Statt einer einfachen K.O.-Runde gab‘s eine vorgeschaltete Gruppenphase - fast wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft.

Ein Turnier an der heimischen Playstation

Fifa 20 ist ein Fußballsimulationsspiel, bei dem wie im richtigen Leben zwei Mannschaften gegeneinander antreten. Jede wird von einem Spieler gesteuert, der das von der heimischen Playstation aus tut. Für die einzelnen Spiele hat der SC Husen-Kurl keine festen Termine angesetzt. Die Gegner mussten sie untereinander ausmachen. Wichtig sei nur, so Timo Lammert, dass die Spiele bis zu einem bestimmten Termin erfolgt seien.

Die Jüngeren machen den Älteren etwas vor

Man müsse schon ein wenig Ahnung von Fußball und auch Fingerspitzengefühl haben, um eine solche Partie gewinnen zu können. Zum Beispiel müsse man entscheiden, ob man lieber offensiv oder defensiv antreten wolle. Gerade die Jüngeren seien es oft, die den Älteren dabei etwas vormachen würden.

Der Sieger erhält einen Pokal, der – wenn es dann die Corona-Krise zulässt – beim Pfingstturnier überreicht wird. Auch ein paar kleinere Preise gebe es für die Nächstplatzierten.

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Viel wichtiger sei aber, dass der SC Husen-Kurl auch in dieser schweren Zeit so das Vereinsleben fördere. Es kommen Mitglieder ganz unterschiedlicher Altersgruppen miteinander in Kontakt, die zuvor noch nie ein Wort miteinander gewechselt haben. Viele vereinbaren auch zusätzliche Spiele gegeneinander, die nichts mit dem Turnier zu tun haben.

Auch den Online-Sport an sich sehe er nicht kritisch, sagt Timo Lammert. Er sei eben ein Phänomen unserer Zeit: „Warum sollen wir uns daran nicht beteiligen?“, fragt er. Er halte es für okay, wenn die Vereinsmitglieder in der Corona-Zeit an der Konsole sitzen, statt irgendwelche Dummheiten zu machen oder sich zu langweilen.

Keine Probleme mit der Übertragungsgeschwindigkeit

Auch in Sachen Übertragungsgeschwindigkeit im Internet habe er noch von keinerlei Problemen gehört. Bekanntlich gibt es anderswo solche Probleme durchaus, weil das Netz derzeit viel intensiver genutzt wird als sonst – nicht zuletzt wegen der vielen Menschen, die im Home-Office arbeiten.

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