Dortmunder Biertaxi ist in der Corona-Krise deutlich öfter im Einsatz

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Dortmunds einziges Bier-Restaurant ist wegen der Corona-Krise geschlossen. Sein Biertaxi fährt aber noch. Und das häufiger als sonst. Der Wirt schiebt es auf die Solidarität seiner Gäste.

Lütgendortmund

, 06.04.2020, 15:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit so viel Unterstützung hat der Dortmunder Gastronom Antonio Link nicht gerechnet. „Wir erfahren gerade einen Mega-Zuspruch. Bei so mancher Sprachnachricht oder E-Mail kriege ich eine Gänsehaut.“

Absender sind treue Gäste seines Bier-Restaurants „Hopfen und Salz“ an der Volksgartenstraße in Lütgendortmund. Wegen der Corona-Krise ist das beliebte Lokal samt Biergarten seit mehr als zwei Wochen geschlossen. Zum Abschied verschenkte das Team Essen und Bier.

Weil gute Worte allein nicht reichen, lassen einige Stammkunden seit der Schließung auch Taten folgen, damit das Coronavirus Antonio Link und sein Team nicht in die Knie zwingt.

„Wir haben eine Steigerungsrate von 60 Prozent“

So ist zum Beispiel das Bier-Taxi für „Hopfen und Salz“ und die erst im Februar in der Thier-Galerie eröffnete Bierothek deutlich häufiger im Einsatz als vor der Krise. „Wir haben eine Steigerungsrate von 60 Prozent“, sagt Antonio „Toni“ Link. Das habe er allein seinen Stammgästen zu verdanken.

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Drei Mal pro Woche, dienstags, donnerstags und samstags, liefert sein Geschäftspartner Max Zellmer die Bestellungen im gesamten Ruhrgebiet aus. Am besten liefen die englischen und belgischen Sorten. Zur Auswahl stehen über 400. „Wir haben noch viel auf Lager.“

Vor der Schließung am 21. März verschenkten Antonio Link (3.v.l.) und sein Team Essen und Bier.

Vor der Schließung am 21. März verschenkten Antonio Link (3.v.l.) und sein Team Essen und Bier. © Stephan Schütze

Die Bestellungen der Biertüten, Kästen und/oder Sixpacks laufen über eine App auf der Homepage von „Hopfen und Salz“. Rund 100 Kunden machten davon mittlerweile Gebrauch, so der Lütgendortmunder Gastronom.

Lieferservice und Außer-Haus-Verkauf rechnen sich nicht

Während das Bier-Taxi keine zusätzlichen Kosten verursache, würden sich ein Lieferservice und Außer-Haus-Verkauf des Restaurants nicht rechnen. „Unsere Küche ist so groß, wenn wir die anwerfen, entstehen direkt dreistellige Stromkosten“, erklärt Antonio Link.

Zudem wohne ein Großteil seiner Mitarbeiter in Duisburg und Düsseldorf. „Sie nur für den Lieferservice kommen zu lassen, ist einfach nicht zumutbar.“ Generell hoffe er, dass er alle im Sommer wiedersehen werde - seine Mitarbeiter und seine Kunden. „Ich habe gerade die Pressekonferenz in Österreich verfolgt. Dort soll ab Mai langsam alles reaktiviert werden. Bei uns gehe ich von Juni aus.“

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