Gemeinden im Standby-Modus: Schutzkonzepte für Gottesdienste fehlen

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Ab dem 1. Mai dürften Gemeinden wieder Gottesdienste mit Besuchern feiern. Doch die Gemeinden im Stadtbezirk Huckarde bereiten erst einmal Schutzkonzepte vor.

Huckarde

, 29.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwar sind die Kirchen zum Gottesdienst nicht immer voll besetzt, doch viele regelmäßige Kirchgänger gehören zur Risikogruppe. Auch einige ehrenamtliche Mitarbeiter, die in den Kirchen helfen, sind oft älteren Semesters und somit besonders gefährdet, wenn sie sich mit dem Coronavirus infizieren.

Doch das sind nicht die einzigen Gründe, warum Gottesdienste mit Besuchern zu Beginn der Corona-Krise verboten wurden. „In Krisenzeiten kommen meist deutlich mehr Menschen als normalerweise in die Kirche“, sagt Pfarrerin Claudia Schäfers von der Miriam-Gemeinde in Huckarde. „Da kann es dann doch schon mal voll und eng werden.“

Auch um dieser Gefahr entgegenzuwirken, wurden die Kirchen für Gottesdienste geschlossen. Online-Angebote und offene Kirchen waren in den vergangenen Wochen die Alternative. Doch jetzt dürfen Kirchen wieder Gottesdienste mit Besuchern feiern.

Open-Air-Gottesdienste werden favorisiert

Ab dem 1. Mai soll das theoretisch möglich sein. Doch die meisten Gemeinden müssen zunächst Schutzkonzepte entwickeln, um mögliche Infektionen zu vermeiden. Das dauert. Deshalb planen sowohl die evangelischen als auch die katholischen Kirchen im Stadtbezirk Huckarde, frühestens am 10. Mai zu starten.

Während der Kirchenkreis Dortmund ein Basiskonzept entwickeln, erarbeitet die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) Vorgaben, die die Kirchengemeinden erfüllen müssen.

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„Das dauert“, sagt Pfarrerin Claudia Schäfers. Die Miriam-Gemeinde mit der Versöhnungskirche in Huckarde und der Verheißungskirche in Kirchlinde plane deshalb eher mit einem Gottesdienst-Start in der zweiten Maihälfte.

„Die Konzepte für die einzelnen Kirchen müssen nämlich, wenn sie dann fertig sind, erst noch einmal abgesegnet werden“, erklärt Claudia Schäfers. „Wir würden aber beispielsweise Open-Air-Gottesdienste bevorzugen, wenn das Wetter es zulässt, um die Gefahr einer Ansteckung noch geringer zu halten.“

Start erst ab dem dritten Mai-Wochenende

Der katholische Pastoralverbund Am Revierpark folgt der Empfehlung der Dortmunder Stadtkirche, nicht vor dem zweiten Mai-Wochenende mit Gottesdiensten zu beginnen. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagt Pfarrer Michael Ortwald.

Um genügend Vorbereitungszeit zu haben, hat sich der Pastoralverbund (Stand 30.4.) sogar dazu entschieden, frühestens am 17. Mai Gottesdienste anzubieten. „Die Zeit bis dahin werden wir nutzen, um das notwendige Hygienematerial zu beschaffen und einen kircheneigenen Ordnungsdienst zu organisieren.“

Pfarrerin Kerstin Schiffner und Pastor Michael Ortwald

Pfarrerin Kerstin Schiffner und Pastor Michael Ortwald bieten auf RuhrNachrichten.de seit Wochen einen Video-Gottesdienst an. © Grafik: Martin Klose

Für die sieben Kirchen des Pastoralverbunds – St. Karl Borromäus und St. Barbara in Dorstfeld, St. Urbanus, St. Christopherus und St. Stephanus in Huckarde und Deusen sowie St. Josef in Kirchlinde und Heilig Kreuz in Rahm – werden die Vorgaben des Bistums Paderborn gelten.

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