Keine Gottesdienste - doch trotz Corona-Krise sind viele Kirchentüren in Dortmund geöffnet

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Auch Gottesdienste fallen wegen der Corona-Krise aus. Die Kirchen suchen nach Ersatz, um Seelsorge bieten zu können. Dazu sind auch viele Kirchentüren weiter geöffnet. Das wirft Fragen auf.

Dortmund

, 20.03.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Vorgabe ist deutlich formuliert: „Versammlungen auch zur Religionsausübung sind untersagt“, heißt es in der seit Donnerstag (19.3.) geltenden Allgemeinverfügung der Stadt Dortmund, mit der weitere Einschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus verhängt werden.

Ganz ihre Arbeit einstellen wollen die Kirchen damit aber nicht. Katholische wie evangelische Kirche bieten nun verstärkt digitale Angebote an. Sie halten aber auch noch die Türen vieler Kirchen geöffnet - nicht zu Gottesdiensten oder Veranstaltungen, sondern zum stillen Gebet.

Ausreichend Platz für Abstand

Probleme in Sachen Infektionsschutz sehen sie dabei nicht. „Die Praxis zeigt, dass die Besucher sich an den empfohlenen Abstand halten“, berichtet Michael Bodin als Sprecher der katholischen Stadtkirche. Der Andrang sei auch nie so groß, dass es sprichwörtlich eng wird.

Auch die Propsteikirche am Katholischen Centrum ist weiterhin täglich geöffnet.

Auch die Propsteikirche am Katholischen Centrum ist weiterhin täglich geöffnet. © Oliver Schaper

Die katholische Kirche hält in der Innenstadt die Propsteikirche von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Auf evangelischer Seite können in der City die Petrikirche (dienstags bis freitags 11 bis 17 Uhr, samstags 10 bis 16 Uhr) und die Reinoldikirche (montags bis freitags 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 18 Uhr) zum stillen Gebet genutzt werden.

Aber auch in einigen Stadtteilen gibt es offene Kirchen - auf evangelischer Seite etwa in Aplerbeck die Georgskirche (montags bis freitags 9 bis 13 Uhr, samstags und sonntags 14 bis 17 Uhr), in Wellinghofen die Alte Kirche täglich von 10 bis 16 Uhr und in Brackel (sonntags von 10 bis 12 Uhr, donnerstags von 15 bis 17 Uhr).

In Berghofen hat die evangelische Kreuzkirche an jedem Sonntag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Auch dort sei für den Infektionsschutz Sorge getragen, versichert Pfarrerin Dr. Sabine Breithaupt-Schlak.

Glocken laden täglich zum Gebet

„Wir haben immer zwei Leute vor Ort, die auf die Einhaltung der Vorschriften achten“, erklärt sie. Auch Desinfektionsmittel stünden bereit. Mit dem Angebot reagiert man vor allem auf die Nachfrage von Familien, berichtet die Pfarrerin.

Aber auch denen, die Zuhause bleiben, macht die Kirche Angebote. Ab diesem Donnerstag (19.3.) sollen an allen evangelischen und katholischen Kirchen täglich um 19.30 Uhr die Glocken läuten. Sie laden dazu ein, innezuhalten und zu beten. Jeder ist aufgerufen, eine Kerze anzuzünden und sie ins Fenster zu stellen.

Die Kirchen laden dazu ein, an jedem Abend eine Kerze anzuzünden. Die Evangelische Superintendentin Heike Proske machte am Donnerstagabend vor St, Reinoldi den Auftakt mit einem einsamen Gebet.

Die Kirchen laden dazu ein, an jedem Abend eine Kerze anzuzünden. Die Evangelische Superintendentin Heike Proske machte am Donnerstagabend vor St, Reinoldi den Auftakt mit einem einsamen Gebet. © Stephan Schuetze

„Die Einladung ruft auf zum Innehalten und zum Gefühl von Gemeinschaft auf Distanz“, heißt es in dem Aufruf. „Wir können mit einer Kerze im Fenster solidarische Wärme und zuversichtliches Licht ausstrahlen und dies alles bei ökumenisch vielstimmigem Glockenklang.“

Infos zu den digitalen Angeboten gibt es unter www.ev-kirche-dortmund.de, für die katholische Kirche unter www.stadtkirche-dortmund.de.

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