Spendenzaun statt Tafel: Huckarder starten besondere Aktion

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Gabenzäune, an die alle Menschen Tüten mit Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen für Obdachlose hängen können, soll es in Huckarde nicht geben. Das Hilfsprojekt „Spendenzaun“ ist anders.

Huckarde

, 03.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen des Coronavirus können viele Hilfsorganisationen für Obdachlose und Bedürftige nicht mehr so arbeiten, wie sie es gewohnt sind. Manche müssen ihre Einrichtungen sogar schließen – wie die Tafeln in Hörde, Huckarde, Dorstfeld, Körne und Wickede.

Lediglich die größeren Standorte an der Haydnstraße und der Osterlandwehr sind geöffnet. Die Scharnhorster Tafel darf aufgrund passender räumlicher Voraussetzungen zur Einhaltung der Hygiene-Vorschriften ab Donnerstag (2.4.) wieder öffnen.

Die Huckarder Tafel bleibt geschlossen. Doch ab Freitag (3.4.) wird es nahe der Filiale Am Dieckhof 6 ein Alternativangebot geben. Der Gewerbeverein und das Frauenzentrum Huckarde sowie der Charityverein „Huckarde für Huckarde“ haben dazu das Projekt „Spendenzaun“ gestartet.

Angebot richtet sich an 200 Tafelkunden

„Das Frauenzentrum und der Gewerbeverein hatten zeitgleich die Idee, da haben wir es gemeinsam gemacht“, erklärt Christian Oecking als Vorsitzender des Gewerbevereins und des Charityvereins. „Das Angebot ist für die Huckarder, vor allem natürlich für die 200 Tafelkunden und andere Bedürftige.“

Die katholische St. Urbanus-Kirchengemeinde stellt den Zaun zwischen dem Gemeindehaus Am Dieckhof 6 und dem Pfarrhaus an der Marienstraße 9 zur Verfügung.

Anders als bei den Gabenzäunen, an die Menschen Tüten mit Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen für Obdachlose hängen können, wird der Spendenzaun ausschließlich vom Frauenzentrum Huckarde bestückt.

„Das Frauenzentrum stellt die Tüten mit seinen Ernährungsexperten zusammen“, sagt Christian Oecking. „Es geht da um Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Kartoffeln oder Reis, nichts Verderbliches.“

Aktion ist auf Spenden angewiesen

„Huckarde für Huckarde“ und der Gewerbeverein stellen mit 5000 Euro ein erstes Einkaufsgeld zur Verfügung. Vorerst sollen montags, mittwochs und freitags jeweils 30 bis 50 Tüten an den Zaun gehängt werden.

„Wir werden schauen, wie das Angebot angenommen wird und entsprechend mehr und öfter oder weniger und seltener Tüten aufhängen“, sagt Oecking. Erst einmal helfe das Geld der Vereine, jedoch sei die Aktion auf Spenden angewiesen.

Eine erste kommt von der Bezirksvertretung Huckarde. „Mit einem Dringlichkeitsbeschluss ohne Sitzung haben alle Fraktionen eine Spende von 5000 Euro zugestimmt“, sagt Bezirksbürgermeister Harald Hudy.

Christian Oecking freut sich über jede Unterstützung. „Eine solche Aktion ist derzeit unheimlich wichtig für die Menschen, die sich den Einkauf kaum leisten können.“

Die Organisatoren bitten um die Einhaltung der Hygiene-Vorschriften am Spendenzaun – und hoffen, dass er nur von denjenigen genutzt wird, die darauf angewiesen sind. „Vor Missbrauch können wir uns nicht schützen, aber wir bauen auf den Anstand der Menschen.“

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Spendenaktion

So können Sie spenden

  • Wer die Aktion unterstützen möchte, kann Geld an das Spendenkonto des Charityvereins „Huckarde für Huckarde“ überweisen.
  • Kontoinhaber: Huckarde für Huckarde e.V.; IBAN: DE91 4405 0199 0381 0132 27; Verwendungszweck: Huckarder Spendenzaun
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