Veranstaltungen fallen aus - Westfalenhalle Dortmund wirbt weiter tapfer für beliebte Messe

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Schulen und Kitas schalten auf Notbetrieb um. Einrichtungen schließen, Veranstaltungen werden reihenweise abgesagt. Die Westfalenhalle plant aber weiter mit einem Publikumsmagneten im April.

Dortmund

, 17.03.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstag, 10. März, hat die NRW-Landesregierung in einem Erlass klargestellt: Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern dürfen nicht mehr stattfinden. Seitdem ist aufgrund eines weiteren Erlasses eine Veranstaltung nach der nächsten in Dortmund gekippt worden. Längst sind auch Veranstaltungen und Einrichtungen mit deutlich weniger Gästen dem Coronavirus zum Opfer gefallen - das gilt zum 19. April. Theater, Museen, Schwimmbäder – alles dicht. Seit Montag (16.3.) hat die Stadt sogar Versammlungen unter freiem Himmel „grundsätzlich“ untersagt.

Umso überraschender wirkt es, dass die „Messe Dortmund“, ein Unternehmen der Stadt-Tochter Westfalenhallen GmbH, seit Wochen unverdrossen für die Ausrichtung der Intermodellbau wirbt. Sie soll vom 23. bis 26. April 2020 stattfinden. Bei der Messe Dortmund geht man offenbar mutig davon aus, dass sich die Lage bis dahin soweit wieder normalisiert.

Die Veranstaltung, ein Dorado für alle Modellbaufans, gehört als fester Bestandteil in den jährlichen Terminkalender der Messe Dortmund. 2019 wurden dort eigenen Angaben zufolge rund 77 000 Besucher gezählt. Auf einer Internetseite informiert die Messe Dortmund Aussteller und Besucher über die Lage. Doch die ist längst überholt.

Vorbereitungen laufen zunächst weiter"

Dort findet man Erstaunliches: Man habe „intensive Gespräche mit Ausstellern und Besuchern zum aktuellen Thema Coronavirus führen können“ - und neben viel Zuspruch „den überwiegenden Wunsch nach Durchführung der Intermodellbau“ erhalten. Weiter heißt es: „Sie (gemeint ist die Intermodellbau, Anm. d. Redaktion) findet also statt.“ Zumal man „keine Aussteller und Personen aus Hochrisikogebieten erwarte.“ Es folgen Hygienevorschriften.

Dabei beruft sich die Messe Dortmund auf einen völlig veralteten Sachstand vom 3. März – auf einen Zeitpunkt, an dem die zuständigen Gesundheitsbehörden nochmals betont hätten, „dass es gegenwärtig keinen Grund gibt, Veranstaltungen in Dortmund abzusagen.“ Auf Anfrage, warum die Seite angesichts der Lage nicht längst aktualisiert sei, sagte Westfalenhallen-Sprecher Robin Uhlenbruch, die Vorbereitungen für die Intermodellbau liefen „zunächst weiter.“ Man habe sich mit Blick auf den Erlass der NRW-Landesregierung „zunächst auf die ursprünglich im März geplanten Termine konzentriert“.

Abstimmung mit den Behörden

Ob die Messe am 23. April tatsächlich wieder ihre Tore öffnen kann, ist derzeit mehr als fraglich. Man stehe in enger Abstimmung mit den Behörden, sagt Uhlenbruch. Noch sei nicht geklärt, ob die Intermodellbau stattfinde oder eben doch abgesagt werden müsse. Es könne sein, dass man in Kürze eine Rückmeldung erhalte. Uhlenbruch: „Dann werden wir auch die Seite im Internet ändern.“

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