Covid-19 bei Vater einer Gymnasiastin: Dortmunder Schüler in Sorge

hzCoronavirus in Dortmund

Am Helmholtz-Gymnasium in Dortmund gibt es Sorgen nach einem Covid-19-Fall eines Vaters. Eine angehende Abiturientin ist in Quarantäne. Der Betrieb an der Schule läuft trotzdem weiter.

Dortmund

, 29.04.2020, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Helmholtz-Gymnasium in der Dortmunder Nordstadt ist der Vater einer Schülerin positiv auf das Coronavirus getestet worden und an Covid 19 erkrankt. Die Stadt Dortmund bestätigt am Dienstagnachmittag Informationen dieser Redaktion.

Die 18 Jahre alte Tochter des Mannes war am Donnerstag und Freitag zur Abiturvorbereitung in der Schule. Sie befindet sich seit Samstag mit weiteren Familienmitgliedern in 14-tägiger Quarantäne. Offen ist bisher, ob die Schülerin selbst erkrankt ist.

„Kein Grund, die Vorbereitungen zu unterbrechen“

Wie die Stadt Dortmund mitteilt, gebe es „es keinen Grund, die Vorbereitungen auf die Abiturprüfung zu unterbrechen“. Stadtsprecherin Anke Widow sagt: „Unter den vorgegebenen Infektionsschutzregeln nahm die Schülerin am Unterricht teil. Ihre Kontaktpersonen sind bekannt. Da die Schülerin selbst nicht erkrankt ist, sind die Mitschüler und Mitschülerinnen so genannte Kontaktpersonen einer Kontaktperson. Alle Regeln in Bezug auf Schutzmaßnahmen wurden beachtet und eingehalten.“

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Der Vater der Schülerin sei am Samstagnachmittag (24.4.) getestet worden und erhielt am Montag (26.4.) ein positives Testergebnis.

Laut Mitschülern ist die eine angehende Abiturientin ebenfalls erkrankt

Unter den Schülern des Abiturjahrgangs löste die Nachricht von der Erkrankung große Sorge aus. Unsere Redaktion steht in Kontakt mit einer Gymnasiastin (18), die aus Sorge vor Konsequenzen für ihren Abschluss anonym bleiben möchte.

Demnach habe die von der Quarantäne betroffene Mitschülerin ihr am Montagabend mitgeteilt, dass sie selbst positiv auf das Coronavirus getestet worden sei und auch Symptome aufweise.

Der Stadt Dortmund lag am Dienstagnachmittag (Stand: 16.15 Uhr) nur das positive Testergebnis des Vaters vor und keines für dessen Tochter. Ob es die offizielle Diagnose für die Schülerin wirklich gibt oder ob und wann sie diese Information an die Schulleitung oder die Stadt Dortmund weitergegeben hat, ließ sich am Dienstag bis zum Redaktionsschluss dieses Textes um 19 Uhr nicht verifizieren.

„Es gab viele Personen, mit denen sie Kontakt hatte“, sagt die Mitschülerin im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie selbst sei am Montag noch in der Schule gewesen, habe sich nun aber freiwillige Isolation begeben und sich testen lassen. Das Ergebnis stehe noch aus.

Am Dienstagmorgen erhielten alle Schüler des Abschlussjahrgangs eine E-Mail, in der über den Fall „im engen Umfeld der Schulgemeinschaft“ informiert wurde und das „gewissenhafte Handeln“ der Person gelobt wurde.

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Keine klaren Empfehlungen für den Fall einer Infektion von Schülern

„Wenn es eine neue Sachlage geben sollte, würde die Situation neu bewertet werden“, sagt Stadtsprecherin Anke Widow. Sie wollte aber keine Spekulationen darüber anstellen, welche Konsequenzen das für den Betrieb der Schule habe.

Grundsätzlich gilt laut Widow: „Ist eine Person positiv getestet worden, wird das dem Gesundheitsamt gemeldet und die gesamte häusliche Gemeinschaft geht in 14-tägige Quarantäne. Kontaktpersonen von Kontaktpersonen werden nicht als Grund dafür gesehen, den Schulbetrieb zu schließen.“

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Falls sich die Erkrankung der Schülerin bestätigt, würden aus den „Kontaktpersonen von Kontaktpersonen“ direkte „Kontaktpersonen“. Für solche Fälle gibt es von Seiten des Schulministeriums keine empfohlene Vorgehensweise. Zuständig seien die Kommunen als Schulträger, so das Ministerium.

An bisher in NRW betroffenen Schulen war das Vorgehen unterschiedlich: In Duisburg sind nur Kontaktpersonen eines erkrankten Zehntklässlers isoliert worden. In Dormagen wird nach der Erkrankung einer Mutter der gesamte Abiturjahrgang wieder aus der Distanz unterrichtet.

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