Czierpka zum L663n-Weiterbau: Kitas, Schulen und Seniorenheime schützen

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Für und gegen den Weiterbau der L663n gibt es jeweils gute Gründe. Nun erklärt Brackels Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka, warum er den Weiterbau unterstützt.

Brackel

, 10.07.2020, 15:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch Brackels Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka schaltet sich nun in die Diskussion um den Weiterbau der L663n (Brackeler Straße) ein. „Lange Zeit war es still darum“, sagt er. „Seit klar ist, dass die Kommunen nun die Planung selbst vorantreiben können, flammen die Diskussionen wieder auf.“

Aktuell führt die Brackeler Straße über den Asselner und Wickeder Hellweg und mitten durch die Dörfer. Am Dollersweg verabschiedet sich die Straße aus Dortmund in Richtung Unna.

Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka positioniert sich klar für den Weiterbau der Brackeler Straße (L663n).

Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka positioniert sich klar für den Weiterbau der Brackeler Straße (L663n). © Andreas Schröter (Archiv)

Besonders liegt Czierpka der Schutz der Einrichtungen am Herzen, an denen die Brackeler Straße aktuell vorbei führt. „Die Weiterführung belastet nicht nur die Ortskerne von Wickede und Asseln“, sagt der Bezirksbürgermeister. „Auch die betroffenen Kindertagesstätten, Schulen und Seniorenheime müssen geschützt werden.“

Anna Spaenhoff, Ratskandidatin der SPD für Wickede, sagt dazu: „Viele haben sich an den täglichen Stau gewöhnt, der auch die Stadtbahn ausbremst und damit alle Initiativen zur Verkehrswende.“

Czierpka ergänzt: „Mit den Beschwerden der Anwohner aus dem Küsterkamp oder dem Grüningsweg können wir Bücher füllen, denn natürlich wissen alle, wie der Hellweg-Stau zu umfahren ist.“ Schleichwege nennen sich solche Strecken im Volksmund.

„Es gibt keine sinnvolle Umleitung“

Spätestens aber wenn ein Unfall den Hellweg lahmlege oder eine Baumaßnahme für Sperrungen sorge, werde das ganze Dilemma sichtbar. Es gebe keine Möglichkeit für eine sinnvolle Umleitung. Niemand fahre laut dem Bezirksbürgermeister über Husen und Kurl.

„Auch dort wohnen Menschen, die diesen Mehrverkehr ertragen müssen“, so Czierpka weiter. Jede Baumaßnahme erfordere Krisengespräche und Ortstermine. Etwa am Grüningsweg, wo der Landesstraßenverkehr auf die Schüler des anliegenden Schulzentrums treffe.

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Vor mehr als 20 Jahren hat das Land die Planung für den überregional wichtigen Straßenzug übernommen. Alle beteiligten Kommunen hatten sich für den Weiterbau ausgesprochen, warten darauf, dass es endlich losgeht.

Die Bezirksvertretungen und Räte von Dortmund, Unna und Kamen, der Kreistag des Kreises Unna und der Landtag in Düsseldorf haben den Weiterbau beschlossen. Da das Land keine Planungskapazitäten habe, übernimmt die Städte nun diesen Prozess.

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Und das werde auch Zeit, weil dieser Planungsprozess einige Jahre in Anspruch nehme und sich die Verkehrsströme in der Zwischenzeit ändern, so Czierpka. Die Nordstadt und vor allem der Hafen werden an die Brackeler Straße angebunden, um den Borsigplatz und die Mallinckrodtstraße zu entlasten.

Auch am andere Ende tue sich viel: Kamen etwa baue gerade 135.000 Quadratmeter Logistik-Hallen. Czierpka: „Auch diesen Verkehr werden wir ohne den Weiterbau der L663n mitten in unseren Orten erleben.“

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Anna Spaenhoff, in Wickede geboren, ist mit dem Verkehr auf dem Hellweg aufgewachsen. Für sie ist der Weiterbau der L663n ein Garant für die weitere Entwicklung von Wickede.

Sie sagt: „Dann ist der Hellweg keine Landesstraße mehr und wir können die Geschwindigkeit reduzieren und ein LKW-Verbot verhängen. Zusammen mit der zweigleisigen Stadtbahn wird Wickede endlich Radwege und damit ein völlig neues Gesicht bekommen. Für den Durchgangsverkehr wird der Hellweg so völlig unattraktiv.“

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Aber zerschneidet die neue Straße nicht die Natur im Ostholz? Czierpka: „Die Trasse muss siedlungsnah mit gutem Lärmschutz geführt werden. Da wird nichts zerschnitten und auch der Pleckenbrinksee ist überhaupt nicht betroffen. Ich lade alle ein, sich im weiteren Verfahren einzubringen.“

Es gebe noch viel zu diskutieren und auch über die angebundene Straßen müsse nochmal nachgedacht werden. „Aber wenn am Ende mehr Menschen Fahrrad und ÖPNV nutzen, wenn die Anwohner am Hellweg nachts wieder das Fenster öffnen können - dann hat die Natur am meisten gewonnen“, so Czierpka.

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