Darum gießt eine Firma aus Holland die Blumen an den Dortmunder Laternenmasten

hzBlumen in der City

Die Dortmunder City ist in diesem Jahr erstmals in luftiger Höhe erblüht. Doch wer gießt und pflegt die Geranien und Petunien in 2,50 Meter Höhe? Darum rankt sich ein Gerücht.

Dortmund

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Bert de Kruijk hatte großen Spaß, als er in der letzten Juni-Woche half, die Blumenampeln von den Laternenmasten auf dem Hansaplatz abzuhängen. „Es gab so viele Kommentare von Passanten“, sagt der Gründer und Geschäftsführer des niederländischen Unternehmens „Flower and Shower“, das die 250 Blumenampeln im Auftrag der Stadt in der City angebracht hat und nun pflegt.

„Das war doch wohl nicht nur für den Kirchentag?“, fragten Bürger, die sich an der Blütenpracht erfreuten. Nein, war es nicht, sagt De Kruijk, die Blumen kämen nächste Woche wieder unter die Laternen. Sie mussten Platz machen für die Pagodenzelte des Schlemmerfestivals „Dortmund à la carte“ (3. bis 7. Juli).

Gießwasser kommt aus dem Hafen

Auf dem Wochenmarkt machte man sich Gedanken, wer die schönen, üppigen Blumenampeln in der City gießt. Um ihre Versorgung gab es Gerüchte. „Das Wasser und die Gießkräfte kommen jeden Tag aus Holland“, erzählte man sich kopfschüttelnd. Die Recherche der Redaktion ergab: So stimmt es nicht.

Die Stadt habe nach einer Ausschreibung eine Firma aus Kleve mit der Aufhängung und Pflege der Pflanzen beauftragt, teilte das Tiefbauamt der Stadt mit. Das stimmt, ist aber auch nicht die ganze Wahrheit. „Flower and Shower“ hat eine deutsche GmbH mit Sitz in Kleve gegründet.

Das Wasser kommt nicht aus Holland, sondern aus dem Dortmunder Hafen, und gegossen werde nicht täglich, sondern nur einmal in der Woche, sagt Bert de Kruijk: „Die Blumenampeln haben ein Wasserreservoir von 20 Litern.“

Ein Gießdurchgang dauert vier bis fünf Stunden

Bei Temperaturen über 35 Grad oder bei Hitze in Kombination mit Wind müsse man öfter gießen, sagt der Firmenchef. Seine Gießkräfte kommen aber nicht aus Kleve, nur um die Pflanzen in Dortmund zu gießen. Dortmund liege auf dem Weg von Bewässerungstouren durch das Ruhrgebiet, erklärt De Kruijk. Seine Firma habe auch Blumenampeln und Blumentürme zum Beispiel in Unna, Werne, Hagen-Haspe, Schwelm, Remscheid, Oberhausen und Dinslaken.

Der Tank auf dem Wasserwagen hat ein Fassungsvermögen von 1500 Litern. Die Blütenpracht wird vom Wagen aus mit einem Teleskopschlauch gegossen. Ein Gießdurchgang in Dortmund dauere etwa vier bis fünf Stunden, so De Kruijk.

Die Blumenampeln gehören zum erstmals eingerichteten Blumenpfad durch die City (Kostenpunkt: 25.000 Euro), der die großen Plätze als Hauptveranstaltungsbereiche mit den Hauptzugängen zur Innenstadt verbindet – in diesem Jahr eine kurzfristige Maßnahme im Rahmen des städtischen „Masterplans Plätze“ mit Blick auf Großveranstaltungen wie den Kirchentag. Ziel ist, die Plätze attraktiver zu gestalten. Der Vertrag über die Blumenampeln läuft noch bis Ende Oktober. Über eine mögliche Wiederholung wird im nächsten Jahr entschieden.

Bürgerdialog

Die Stadt lädt am 10. Juli (Mittwoch) zum Bürgerdialog über den „Masterplan Plätze – Entwicklung der Plätze in der Dortmunder Innenstadt“. Die Veranstaltung in der Bürgerhalle des Rathauses läuft von 18 bis 21 Uhr. Anmeldung bis 3. Juli an das Büro planlokal telefonisch unter Tel. (0231) 952083-18 oder per E-Mail an masterplan@plan-lokal.de.
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