Das Wambeler Labyrinth der St.-Meinolfus-Gemeinde ist eine Oase der Ruhe

hzSerie „Auf ein Eis mit ...“

Das Labyrinth der katholischen St.-Meinolfus-Gemeinde wird von Besuchern als eine Oase der Stille in der Großstadt beschrieben. Wir haben mit Mit-Initiatorin Britta Steinhüser gesprochen.

Wambel

, 01.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit zehn Jahren existiert das Labyrinth auf dem Gelände der St.-Meinolfus-Gemeinde an der Rabenstraße 16A in Wambel. Grund genug, darüber bei einem Eis mit einer der Initiatorinnen, Britta Steinhüser (51), zu sprechen.

Hallo Frau Steinhüser, was hat es mit diesem Labyrinth auf sich?

Die Eltern der Kommunionkinder 2009 haben beschlossen, etwas Bleibendes zu gestalten. Und da sind sie eben auf die Idee mit dem Labyrinth aus einer Buchsbaumhecke gekommen. 1266 einzelne Pflanzen sind es, die das Labyrinth bilden. Und mit etwa 35 Zentimetern Höhe hatte sie nun auch die richtige Größe.

Kann man sich darin auch verlaufen?

Nein, denn es ist ja kein Irrgarten. Labyrinthe, die es übrigens in der Menschheitsgeschichte seit 5000 Jahren gibt, leiten und verleiten nicht.

Aha, ich dachte mir schon, dass ein tieferer Sinn dahintersteckt.

Ja, die Wege in einem Labyrinth sind zwar verschlungen, aber sie führen immer zum Ziel. So wie der Lebensweg eines Menschen. Verlaufen kann man sich nicht.

Das Wambeler Labyrinth der St.-Meinolfus-Gemeinde ist eine Oase der Ruhe

So sieht das Labyrinth der katholischen St.-Meinolfus-Gemeinde an der Rabenstraße in Wambel aus. © Andreas Schröter


Philosophisch. Ich kenne einige junge Menschen, deren Lebensweg ebenfalls verschlungen verläuft.

Ja, ich auch, aber es ist heute auch schwieriger als früher - als wir mit der Schule fertig waren einen gradlinigen Weg zu gehen. Es gibt heute einfach unfassbar viele Möglichkeiten für junge Leute.

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Haben Sie viel Arbeit mit der Pflege der Anlage?

Ja, die Hecke war vom gefürchteten Buchsbaumzünsler befallen. Das ist eine ähnliche Raupe wie der Eichenprozessionsspinner. Wenn Sie nichts dagegen tun, frisst er Ihnen die ganze Hecke weg.

Was haben Sie gemacht?

Wir haben die Raupen teilweise mit der Hand abgezogen und versucht, sie mit dem Hochdruckreiniger abzuspülen. Abkalken und den Kalk ins Wurzelwerk einbringen hilft auch. Dann schmecken die Pflänzchen den Raupen nicht mehr so gut.

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Eine Chemiekeule wollten Sie vermutlich nicht einsetzen, oder?

Nein, schon wegen des nahen Kindergartens nicht. Während des Zünsler-Befalls haben wir das Labyrinth auch abgesperrt.

Welche Reaktionen erhalten Sie auf das Labyrinth?

Durchweg positive. Wir hatten sogar schon Pilger hier. Ganz hier in der Nähe verläuft ja auch der Jakobsweg. Manche sagen, es sei ein Ort der Stille, eine kleine Oase der Ruhe in der Großstadt. Das hatten wir eigentlich gar nicht so geplant, aber es ist schön, dass es nun so gekommen ist. Man komme auf andere Gedanken, sagen andere, wenn man den Weg beschreitet.

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