Club in Dortmund bittet seine Fans um 20.000 Euro

hzCorona-Krise

Seit Mitte März steht das Dortmunder Nachtleben wegen der Corona-Krise still. Ein Club versucht nun, 20.000 Euro für sein Überleben zu sammeln. Eine Zahl macht den Disko-Betreibern Mut.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 22.04.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Tanzcafé Oma Doris ist eine Institution in Dortmunds Nachtleben. Seit den 1970er-Jahren feiern dort die Dortmunder die Nächte durch. Doch nun steckt der Club - wie so viele andere - wegen der Zwangsschließung im Zuge der Corona-Pandemie in der größten Krise seiner Geschichte.

Deswegen hat das Oma Doris im Internet einen Spendenaufruf gestartet. 20.000 Euro sind angesetzt als sogenanntes Fundingziel. Mit dem Spendenaufruf versuchen die Initiatoren, das 43 Jahre alte Dortmunder Tanzcafé durch die schwierige Zeit zu wuchten.

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Trotz der notwendigen Schließung müssen laufende Kosten gedeckt werden - die finanziellen Unterstützungen des Staates reichten dafür nicht aus, schreiben die Club-Betreiber. "Bisher haben wir nie fremde Hilfe in Anspruch genommen, ob durch Investoren oder Sponsoren", teilt das Team rund um die Kunst- und Kulturstätte im Spendenaufruf mit. Da in der jetzigen Krise aber die Hände gebunden seien, brauche man nun jede Unterstützung.

Mehrere Tausend Menschen auf der Streaming-Tanzparty

Daneben probiert Oma Doris, auch auf anderen digitalen Wegen die Zeit der Schließung zu überbrücken: Mitte April organisierte der Club zum Beispiel eine Online-Tanzparty auf mehreren sozialen Netzwerken und Plattformen. Das Interesse war groß: In der Spitze sahen nach Angaben der Oma-Doris-Macher mehrere Tausend Menschen den Livestream an - viel mehr, als in der realen Welt in die Räume der Disko im Brückstraßenviertel passen.


"Es freut uns zu sehen, dass scheinbar so viele Menschen interessiert sind an dem, was wir tun", teilt das Team weiter mit. In Zukunft seien weitere Online-Formate wie Lesungen oder Tastings geplant. Das Programm solle möglichst alles abdecken, was sonst auch im Club stattfinden würde.

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In vorerst beklemmter Grundstimmung wird weitergearbeitet

Um das auch in Zukunft tun zu können, baut der Club auf die Geldspritze seiner Fans. Bisher kamen beim Spendenaufruf über 4500 Euro zusammen, der Finanzierungszeitraum läuft noch bis zum 5. Mai. Das gespendete Geld fließe zu 100 Prozent in die Erhaltung des Tanzcafés. Die Spenden-Einnahmen seien neben der Deckung von laufenden Kosten und der Bezahlung von Mitarbeitern auch als Grundlage für notwendige Reparaturen eingeplant. Mit den jetzigen Zahlen sei man dafür vorerst positiv gestimmt.

In die Zukunft blicke man trotzdem auch mit einem beklemmenden Gefühl: "Momentan die Geschäfte ruhen zu lassen, ist natürlich richtig und wichtig. Wir hoffen trotzdem sehnlichst, dass die Krise bald überstanden ist." Um dem Gefühl der Beklemmung entgegen zu wirken, wünsche man sich außerdem eine möglichst schnelle Kommunikation vom Land NRW in Sachen Cluböffnungen.

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