Das passiert in Dortmunds Gastro-Szene

Übersicht

Über 250 Jahre wurde das "Jägerheim" am Niederhofer Kohlenweg in Wellinghofen von der Familie Zimmermann geführt. Jetzt wechselt eines der ältesten Restaurants in Dortmund den Besitzer. Und auch sonst gibt es massig Veränderungen in Dortmunds Gastro-Szene. Wir geben einen Überblick.

DORTMUND

, 20.07.2017, 13:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Konrad Teich wird ein letztes Mal am 29. Juli die Gäste im „Jägerheim“ bekochen. Dann setzt er sich zur Ruhe.

Konrad Teich wird ein letztes Mal am 29. Juli die Gäste im „Jägerheim“ bekochen. Dann setzt er sich zur Ruhe.

Seit 1748 ist das „Jägerheim“ in Familienbesitz. Die Geschichte der Familie Zimmermann, deren Tochter Inge vor einem halben Jahrhundert Konrad Teich heiratete und die Gaststätte bis zu ihrem Tod vor drei Jahren gemeinsam mit Ehemann Konrad führte, steht auch für ein Stück Stadthistorie.

Konrad Teich konnte vor Kurzem seinen 70. Geburtstag feiern. Seit dem Tod seiner Frau unterstützen ihn deren beide Schwestern, Ruth Kötter (67) und Anke Zimmermann (60), doch am 29. Juli (Samstag) öffnet Teich zum letzten Mal Küche und Gaststuben.

Ex-BVB-Merchandising-Chef will lange Tradition weiterführen 

Nach Renovierung werden die neuen Eigentümer, Willi Kühne und seine Tochter Miriam Hoffmann, das Restaurant mit bürgerlicher Küche in Anlehnung an die lange Tradition weiterführen. Der Dortmunder Geschäftsmann und frühere Merchandising-Chef beim BVB hatte sich zuletzt mit seiner Tochter im Restaurant „Aqua“ innerhalb des Einrichtungshauses „Inhouse“ an der Rosemeyerstraße gastronomisch engagiert. Ein Öffnungsdatum für das „Jägerheim“, das seinen Namen behält, kann Kühne noch nicht nennen.  Seine Tochter hofft auf Mitte bis Ende September. Konrad Teich, sagt, alle Gutscheine, die das Restaurant ausgegeben habe, behielten ihre Gültigkeit.

Die Geschichte des Traditionshauses reicht bis auf den Bauern Carl Zimmermann zurück, der Mitte des 18. Jahrhunderts auf seinem Hof neben der Landwirtschaft auch einen Schankraum betrieb. Er bewirtete die Gäste mit Bier und Schnaps, und es zogen viele durch den Kohlenweg, der seinen Namen erhielt, weil er Transportweg war für die umliegenden Zechen. Die Pferde für die Kohlenwagen wurden bei Zimmermanns umgespannt und getränkt. 

Straßenbahn-Treff zieht um

Längst elektrisch betrieben fuhr die alte Straßenbahn der Linie 403 2010 als umgebautes „Café“ aufs Abstellgleis an der Kampstraße, Höhe Westfalenforum. Vor gut drei Jahren kaufte Denise Klietz, Chefin des spanischen Restaurants „La Paz“ an der Hansastraße, die originelle Location, verpasste ihr einen neuen Look und eine große Holzterrasse.

Nach der Umgestaltung der Kampstraße zum Boulevard zieht der Straßenbahn-Treff ein letztes Mal um: hinter das jetzige Blumenbeet-Rondell vor das Pralinen-Geschäft Leonidas. Im Januar 2018 soll das ehemalige Karstadt-Technikhaus abgerissen werden und Platz machen für einen Neubau mit Studentenwohnungen, dann kann endlich der Umbau zum Boulevard beginnen.

Sowohl in der Straßenbahn, als auch im nur 100 Meter entfernten Restaurant „La Paz“ will Familie Klietz verstärkt Gay-Hochzeiten ausrichten. Die La-Paz-Familie ist überzeugt, mit der Bereitstellung von Räumen für Homo-Ehen in eine Marktlücke zu stoßen.

Weitere Veränderungen in Dortmunds Gastro-Szene: 

  • Auf der Kleppingstraße 22 steht seit Monaten das frühere griechische Restaurant und Café „Parfait“ leer.
  • Nach nur einem Jahr hat das Restaurant „All‘ Arco“ im Althoffblock wieder geschlossen. Die Betreiberfamilie des italienischen Lokals im Kreuzviertel möchte sich nicht mehr gastronomisch engagieren, ist aus gut unterrichteten Kreisen zu hören.
  • Im Kreuzviertel gibt‘s aber bald mit dem Lieferservice „Sushi For You“ eine Neueröffnung an der Vinckestraße 2. Noch laufen die Bauarbeiten in den Räumen der ehemaligen „Back Insel“, die lange leer standen. Die Gastro-Kette „Sushi for you“ unterhält bisher zehn Niederlassungen in Berlin, je eine in Kleinmachnow und in Euskirchen.
  • Das frühere Burger-Restaurant „Burgerinitiative“ war gut drei Jahre an der Rheinischen Straße 26. Mit Gegrilltem soll‘s weitergehen, bald – so ist zu hören – unter dem Namen „Olafs BBQ“.
  • Noch eine neue Burger-Bude macht im September in der Kaiserstraße 37 (ehemals „Makimaki“) auf. Der Betreiber vom „Pizza Man“ aus der Kaiserstraße 216 richtet dort seinen nächsten Laden ein. 
  • Das Restaurant „Bei Marija“, Am Beilstück 48 in Barop, hat nur vorübergehend geschlossen. Der Bruder von Wirtin Melisa Belic soll im August dort wieder öffnen. 
  • „La Lisetta“ in Hörde, Am Bruchheck 29, ist der Nachfolger von „Il Gusto“ dort. Gekocht wird italienisch.

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