Das steckt hinter der Baustelle an der Hörder Brücke

hzHörder Zentrum

Was lärmt denn da unter der Hörder Brücke? Seit Ende August laufen Sanierungsarbeiten am Brückenbeton. Bisher ist es nur laut. Bald hat die Baustelle auch Folgen für den Verkehr.

Hörde

, 26.09.2018, 04:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt gerade Angenehmeres, als über die Hörder Brücke zu laufen. Da kreischen Sägen, wenn sie auf Stahl treffen, da bröselt der Beton unter dem Einsatz schweren Geräts.

Die Unterseite des Brückenbauwerkes wird saniert. Seit knapp vier Wochen steht deshalb ein Gerüst am hinteren Teil der Brücke auf Höhe der Treppenstufen am Bahnhofsgebäude. Der Krach wird Hörde noch etwas erhalten bleiben: Die Arbeiten dauern nach Aussage des Tiefbauamts bis März 2019.

Die Pfeiler der Hörder Brücke sind sanierungsbedürftig

Laut Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl sind Widerlager und Pfeiler sowie die Unterseite des Brückenbauwerkes sanierungsbedürftig. Die Kosten dafür liegen bei rund 405.000 Euro.

Jetzt lesen

Fußgänger können die Brücke weiterhin ungehindert nutzen. Bald wird jedoch wirksam, was die Stadt Dortmund schon im August angekündigt hatte: Vom 7. Oktober (Sonntag) bis voraussichtlich 12. Oktober (Freitag) wird die Hörder Bahnhofstraße halbseitig gesperrt. In dieser Zeit finden Arbeiten in den Nachtstunden zwischen 21 und 5 Uhr statt.

Der Verkehr wird über eine Baustellenampel geregelt. Das Tiefbauamt empfiehlt, den Bereich weiträumig zu umfahren. Die Arbeiten an der Brücke werden in drei Bauphasen aufgeteilt – „um die Verkehrseinschränkungen auf der Hörder Bahnhofstraße möglichst gering zu halten“, so das Tiefbauamt.

Hörder Brücke ist erst 2013 umgebaut worden - aber nur äußerlich

Wer sich an die jüngere Geschichte des Stadtumbaus Hörde erinnert, der stutzt angesichts dieser Fakten. Ist die Hörder Brücke nicht gerade erst, 2013, neu gemacht worden? Auf Nachfrage dieser Redaktion erklärt Stadtsprecher Maximilian Löchter: „Die Brücke wurde 2013 auf der Brückenoberseite mit europäischen Mitteln aus dem Ziel-II-Programm neu gestaltet.“ Sie sei nicht saniert worden. „Bei den jetzigen Arbeiten handelt es sich um eine präventive Betonsanierungsmaßnahme auf der Brückenunterseite, der Pfeiler sowie der Widerlager.“ Kostenfaktor: rund 250.000 Euro.

Das bedeutet aus der Verwaltungssprache übersetzt: Vor fünf Jahren hat die 115 Jahre alte Brücke also nur eine äußerliche Schönheitskur bekommen, weil Fördergeld für den Stadtumbau da war. Neuer anthrazitfarbener Beton, neue Sitzelemente, eine neue Wegeführung und neue Laternen haben der Brücke zwischen der Schlanken Mathilde und der Alten Benninghofer Straße ein anderes Bild gegeben.

Die alte Brücke stammt aus dem Jahr 1903

Jetzt geht die Stadt Dortmund auf eigene Rechnung an die Stützkonstruktion, damit sie langfristig tragfähig ist. Die 1903 eröffnete „alte“ Hörder Brücke mit einer stadtbildprägenden Gitterkonstruktion und schmückenden schmiedeeisernen Stadtwappen. Das Ende der Brücke kam 1959: Ein Feuerwehrwagen rutschte bei Glätte während eines Einsatzes gegen einen Stützpfeiler und hinterließ darin eine Delle.

Dies nahm die Stadt Dortmund zum Anlass, die Brücke als nicht mehr tragfähig einzustufen. Östlich neben der alten Brücke begann der Bau der heutigen Betonbrücke. 1964/65 wurde die Stahlbrücke mit Schneidbrennern in Einzelteile zerlegt.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt