Mitarbeiter: Decathlon-Filiale im Indupark steht vor der Schließung

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Die Decathlon-Filiale im Indupark steht auf der Kippe. Mitarbeiter bestätigten bereits inoffiziell, dass das Geschäft schließen wird. Bei den Kunden stößt die Nachricht auf wenig Gegenliebe.

Lütgendortmund

, 23.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern und inoffiziell haben es auch Decathlon-Mitarbeiter, die anonym bleiben möchten, bereits bestätigt: Die Filiale des französischen Herstellers und Händlers von Sportgeräten und -bekleidung im Indupark in Kley schließt in absehbarer Zeit ihre Pforten. Für immer.

Mitarbeiter bestätigen das Gerücht

Eine Anfrage der Ruhr Nachrichten bei der deutschen Decathlon-Zentrale im baden-württembergischen Plochingen blieb jetzt zwar unbeantwortet, doch sowohl bei einer persönlichen als auch bei einer telefonischen Nachfrage bestätigten Dortmunder Decathlon-Mitarbeiter das Gerücht von der Schließung.

Bei dem Geschäft in Kley handelt es sich laut Homepage des Sportartikel-Händlers um die erste Decathlon-Filiale in Deutschland. Vor über 30 Jahren sei dort der Startschuss gefallen, ehe 1992 die zweite Filiale folgte - übrigens gar nicht weit entfernt in Aplerbeck.

Chantal Arendsee und Michael Klitsch sind mit dem E-Scooter nach Kley gekommen. In die Aplerbecker Filiale wollen sie aber nicht fahren.

Chantal Arendsee und Michael Klitsch sind mit dem E-Scooter nach Kley gekommen. In die Aplerbecker Filiale wollen sie aber nicht fahren. © Michael Schuh

Eigentlich, so las man es zuletzt in Fachmedien, ist Decathlon in Deutschland auf Expansionskurs. Erst im März 2019 hatte man im ehemaligen Boecker-Haus in der Dortmunder Innenstadt eine weitere Filiale eröffnet. Und nun soll in Kley Feierabend sein.

Mit der anstehenden Schließung konfrontiert, zeigten sich Decathlon-Kunden alles andere als begeistert. „Wenn hier geschlossen werden sollte, fahre ich auf jeden Fall nicht nach Aplerbeck“, sagt Chantal Arendsee, die am Dienstag (22.9.) gemeinsam mit Michael Klitsch per E-Scooter nach Kley gekommen war.

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„Ich wohne in Eichlinghofen und bin in fünf Minuten hier“, fügt Arendsee an – und Aplerbeck sei ihr schlichtweg zu weit entfernt. „Hier im Geschäft kann man die Produkte noch anfassen“, bevorzugt die Eichlinghoferin ja eigentlich den Kauf vor Ort, „aber wenn hier nichts mehr ist, bleibt als Alternative das Internet."

Künftig im Internet einkaufen

In der Kleyer Filiale erwarb die Hunde-Physiotherapeutin in der Vergangenheit nicht nur Artikel für den persönlichen Bedarf, sondern auch Produkte, die sie beruflich einsetzen konnte – zum Beispiel sogenannte Sensorikbälle. Der Kauf werde künftig vermutlich online stattfinden, sagt Arendsee: „Und dabei ist es mir dann egal, ob ich bei Decathlon oder einem anderen Händler einkaufe.“

Sollte die Kleyer Filiale schließen, will Sandra Schwarz auch weiterhin Decathlon-Kundin bleiben. Voraussichtlich wird sie dann aber vermehrt das Geschäft in Herne besuchen.

Sollte die Kleyer Filiale schließen, will Sandra Schwarz auch weiterhin Decathlon-Kundin bleiben. Voraussichtlich wird sie dann aber vermehrt das Geschäft in Herne besuchen. © Michael Schuh

„Es gibt Dinge, die kann man nicht im Internet kaufen“, findet Sandra Schwarz, die aus Bochum-Langendreer mit dem Auto nach Kley gekommen ist. „Zum Beispiel Sportkleidung für mich oder die Kinder.“ Sollte die Filiale im Indupark schließen, würde auch die Bochumerin nicht nach Aplerbeck wechseln: „Dann fahre ich eher nach Herne.“

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