Decken für frierende Schüler? Was die Stadt von dem Vorschlag hält

hzCorona und Schule

Die Stadt soll warme Decken an Schüler ausgeben, die wegen des vorgeschriebenen Lüftens der Klassenzimmer im Unterricht frieren. Jetzt hat die Verwaltung auf den CDU-Vorschlag reagiert.

Dortmund

, 09.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei sonnigen 14 bis 16 Grad ist die Lage in den Klassenzimmern auch beim regelmäßigen Lüften noch relativ entspannt. Doch was passiert, wenn im Winter Minustemperaturen herrschen?

Diese Frage stellen sich viele Schüler, Eltern und Lehrer angesichts der Vorgabe der Landesregierung, zum Schutz vor Corona die Klassenräume auch während des Unterrichts regelmäßig mindestens zu lüften. Alle 20 Minuten sollen mindestens fünf Minuten lang die Fenster geöffnet werden.

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Auch die Politik macht sich über die Umsetzung der Vorgabe Gedanken. Die CDU will dabei die Stadt in die Pflicht nehmen. Sie soll für eine Ausstattung der Schulen mit warmen Decken sorgen, die dann an Schülerinnen und Schüler verteilt werden, fordert die Ratsfraktion in einem offenen Brief an Schuldezernentin Daniela Schneckenburger und Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner. Beide haben jetzt in einem gemeinsamen Brief geantwortet - und danken für die Anregung.

Man habe den Vorschlag „wohlwollend und praxisbezogen geprüft“, heißt es in dem Schreiben. Nach Abwägung aller Aspekte seien die Schulverwaltung wie auch das Gesundheitsamt aber zu dem Schluss gekommen, von dem Vorgehen abzuraten - vor allem mit Blick auf die „stringent einzuhaltenden Hygienevorschriften“.

Experten sehen Hygiene-Risiko

Die Hauptsorge der Experten in der Verwaltung ist, dass ein zentraler Einkauf von Decken und die Ausgabe über die Schulen zu „einem nicht unerheblichen Risiko führen würde, die festgeschriebenen Hygienemaßnahmen nicht einhalten zu können“, teilen Daniela Schneckenburger und Birgit Zoerner mit. „Rein faktisch betrachtet ist nicht sicherzustellen, dass die Decken ausschließlich von der einen Person im Unterricht genutzt und nicht versehentlich getauscht werden, was ein weiteres Ansteckungspotential birgt.“

Die Dezernentinnen sehen außerdem die Gefahr, dass die Decken mit dem Fußboden in Kontakt kommen, der gerade in der Regen- und Winterzeit oft durch Schuhe verschmutzt sei. Ein regelmäßiges Einsammeln, Reinigen und neu Ausgeben der „personenbezogenen Decken“ sei für die Schulen aber schlicht nicht zu organisieren, heißt es in dem Schreiben.

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Nicht zuletzt geht die Verwaltung auch davon aus, dass die Raumtemperatur in den beheizten Klassenräumen nicht so stark sinke, dass Unterricht nicht mehr möglich sei.

Die Stadt Dortmund empfiehlt warme Kleidung bei geöffneten Klassenzimmer-Fenstern.

Die Stadt Dortmund empfiehlt warme Kleidung bei geöffneten Klassenzimmer-Fenstern. © dpa

Das Fazit von Schneckenburger und Zoerner: Bei Abwägung aller Tatsachen und mit Blick auf die Vermeidung von Infektionsrisiken, „kann den Schülerinnen und Schülern nur empfohlen werden, sich den Temperaturen angemessen zu kleiden.“

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