Der Bronze-Adler kehrt zurück nach Mengede – allerdings anders als gedacht

hzKriegerdenkmal Mengede

Fünf Jahre war der Mengeder Adler fort. Sturm Ela hatte den stolzen Bronze-Vogel des Kriegerdenkmals vom Sockel geholt und stark beschädigt. Die Restaurierung verlief anders als geplant.

Mengede

, 07.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor allem die Mengeder Bezirksvertreter und der Heimatverein sind zwischendurch ungeduldig geworden. Regelmäßig fragten sie bei der Stadt nach, wann denn endlich der Bronze-Adler, der durch Sturm Ela 2014 stark beschädigt wurde, repariert ist und heimkehrt. Nun hat das Warten ein Ende: Noch im Laufe dieses Jahres wird das Kriegerdenkmal an der Bürenstraße wieder komplett sein.

Diese gute Nachricht teilte Rosemarie Pahlke, Referentin für „Kunst im öffentlichen Raum“ in der Stabsstelle der städtischen Kulturbetriebe, den Politikern Ende Juli in einem Schreiben mit. Allerdings wird nicht das Original, sondern ein Doppelgänger auf der sieben Meter hohen Säule Platz nehmen.

„Es gab nur noch Bruchstücke vom Original“

„Es gab nur noch Bruchstücke vom Original, das konnte auch mit viel Fantasie nicht mehr restauriert werden“, so Pahlke auf Anfrage dieser Redaktion. Der beauftragte Restaurator habe den Bronze-Vogel deshalb nachgegossen. Anders als der alte Adler wird der neue zwei Flügel haben.

Historische Kunstwerke seien oftmals schwierig zu restaurieren, so Rosemarie Pahlke. Das Denkmal, das den Gefallenen der Kriege 1866 und 1870/71 gewidmet ist, stammt aus dem Jahre 1873. Schuld am Verfall sei auch die unsachgemäße Lagerung bis zur Restauration gewesen. „Für Kunst im öffentlichen Raum gibt es noch kein Depot. Deshalb ging der Vogel zunächst zum Betriebshof in Deusen.“

Große Probleme beim Vergabeverfahren

Fünf Jahre ist der Adler bereits fort. Den langen Zeitraum erklärt Rosemarie Pahlke mit großen Problemen bei der Ausschreibung und dem Vergabeverfahren. Schließlich habe man den Auftrag unter Beratung der Denkmalbehörden Münster und Dortmund vergeben können. Den Zuschlag bekam die Gießerei Kai Pelikan Metallguss in Bendorf/Rheinland-Pfalz.

Der Bronze-Adler kehrt zurück nach Mengede – allerdings anders als gedacht

Die Montage zeigt den defekten Adler und die unvollständige Säule an der Bürenstraße. © Karlheinz Bohnmann

Mitte August soll der neue alte Adler fertig sein. Der Restaurator höchstpersönlich werde ihn nach Dortmund bringen, so Rosemarie Pahlke, die das Projekt zusammen mit Anneke Lamot von der Denkmalbehörde betreut. Zusätzlich soll ein Steinrestaurator die Säule aus Naturstein herrichten. Außerdem müsse noch ein Gerüst aufgebaut werden, damit eine Firma den Adler montieren könne. „Diese Schritte planen wir gerade.“

„Es wäre schön, wenn im September alles fertig ist.“

Der Mengeder Bezirksbürgermeister Willi Tölch hofft auf einen schnellen Abschluss der gesamten Arbeiten. „Es wäre doch schön, wenn im September alles fertig ist.“ Weil die Nachricht noch so frisch ist, konnte Tölch nicht sagen, ob es eine offizielle Veranstaltung zur Rückkehr des Adlers geben wird. „Das werden wir interfraktionell und mit dem Heimatverein abstimmen.“

Zwischen 15.000 und 20.000 Euro kostet die Sanierung des Kriegerdenkmals. Den größten Teil finanziert die Bezirksvertretung Mengede.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt