Der Hombrucher Geschichtsverein erinnert an die alte „Kaiser-Brauerei“ in Brünninghausen

hzKaiser-Brauerei Brünninghausen

Kaiserbier aus Brünninghausen - Das gab es ab dem Jahr 1843. Der Hombrucher Geschichtsverein hat zur Erinnerung an diese Zeit eine Tafel eingeweiht.

von Marc Dominic Wernicke

Brünninghausen

, 09.06.2019, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kohle, Stahl und Bier - Diese drei Industrien haben Dortmund ab dem 19. Jahrhundert stark geprägt. Ihre baulichen Überbleibsel, wie die Zeche Zollern, das Werk Phoenix-West oder der U-Turm, prägen bis heute das Stadtbild. Die „Kaiser-Brauerei“ in Brünninghausen gehört zwar nicht mehr dazu, doch ist sie auch nicht vergessen: Am Samstag (8. Juni) weihte der Hombrucher Geschichtsverein an ihrem früheren Standort eine Erinnerungstafel ein.

Vom „Kaiserkrug“ zur Brauerei

„Wir stehen hier an einer denkwürdigen Stelle. Dies war einst die verkehrsreichste Straße in Preußen, auf der Salz und Kohle transportiert wurden“, sagte der Vereinsvorsitzende Hans Tibbe an der Ecke der heutigen Ardey- und Stockumer Straße vor rund sechzig Anwesenden. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörten die bäuerlichen Güter in Brünninghausen der Familie Romberg. 1818 baute der Freiherr am künftigen Standort der Brauerei ein Haus. Dieses wurde von dem Wegewärter Heinrich Dietrich Thomas zunächst gepachtet und 1828 gekauft. Ab 1843 betrieb er darin die Schankwirtschaft „Zum Kaiserkrug“ mit einer eigenen Hausbrauerei. Heinrichs Sohn Carl Gottlieb Thomas baute den Betrieb weiter aus und benannte ihn 1872 zu Ehren der Deutschen Reichsgründung im Jahr zuvor zur „Kaiser-Brauerei“ um, die 1894 eine Aktiengesellschaft wurde. 1922 verkaufte die Familie Thomas diese an die Dortmunder Ritterbrauerei AG. 1944 wurden die Brauereigebäude bei einem Luftangriff vollständig zerstört. Lediglich das ursprüngliche Stammhaus und der Kaisersaal, der zur Zeit der Schankwirtschaft für Veranstaltungen diente, überstanden den Krieg und wurden schließlich im Jahr 1956 abgerissen.

Ehrenamtliche Geschichtsarbeit

Die hochwertig gestaltete Erinnerungstafel an der Stockumer Straße zeigt neben einer geschichtlichen Zusammenfassung auch viele Fotos und das Firmenlogo der alten Brauerei. Am Tag der Einweihung war die Tafel noch provisorisch an einem Zaun angebracht, doch eine dauerhafte Befestigung mit einem betonierten Stahlrahmen soll bald folgen. „Wir als Bezirksvertretung haben den Geschichtsverein in dieser Sache gern unterstützt“, sagt der Hombrucher Bezirksbürgermeister Hans Semmler, für den die Erinnerung an die Kaiser-Brauerei auch eine Herzensangelegenheit sei: „Ich bin zwar kein Brünninghausener, aber Renninghausener und als Brauer und Melzer bei der Kronenbrauerei bin ich an dieser Stelle ab 1960 immer mit dem O-Bus vorbeigefahren.“ Die Brüder Ingo und Folker Hertelt sorgten schließlich noch für ein besonderes Highlight: Als Nachfahren der Familie Thomas schenkten sie für die Gäste das „Kaiserbier“ nach dem alten Originalrezept aus.

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