Corona-Verluste in Millionenhöhe: Revierpark Wischlingen braucht Hilfe

hzRevierpark Wischlingen

Wegen der Corona-Pandemie musste die Revierpark Wischlingen GmbH Freibad, Eishalle und Co. für knapp 14 Wochen schließen. Obwohl der Betrieb inzwischen wieder läuft, reicht das Geld nicht.

Wischlingen

, 21.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie und die damit verbundenen finanziellen Einbußen für viele Dortmunder Geschäftsleute haben auch vor der Revierpark Wischlingen GmbH (RPW) nicht Halt gemacht. „Aus eigener Kraft können wir uns nicht über das Jahr retten“, sagt Geschäftsführer Bernd Kruse.

Zwar habe die RPW Energiekosten und aufgrund der Kurzarbeit fast aller Mitarbeiter auch Personalkosten einsparen können, dennoch bleibe ein Fehlbetrag von circa 1,4 Millionen Euro. „Wir erwirtschaften hier ja ohnehin keine Gewinne“, erklärt Bernd Kruse. „Aber wegen Corona können wir noch nicht einmal eine Kostendeckung erreichen.“

Neben fehlenden Eintrittsgeldern der Revierpark-eigenen Einrichtungen wie dem Schwimmbad und der Eishalle, leidet die RPW auch unter Stundungen der Zahlungen ihrer Pächter. Zwei mussten ihre Verträge sogar vorzeitig fristlos kündigen.

Pachtgelder fehlen

„Der Pächter des Wohnmobilstellplatzes und des dazugehörigen Kiosks sowie der Pächter von Haus Wischlingen haben die Krise geschäftlich nicht überlebt“, erklärt Bernd Kruse. Während es für den Wohnmobilstellplatz eine zeitnahe Lösung geben soll, zu der Kruse noch keine Details verrät, bleibt Haus Wischlingen wohl dauerhaft geschlossen.

„Die Bausubstanz ist einfach sehr angegriffen“, sagt Bernd Kruse. Angegriffen ist inzwischen jedoch auch die RPW, die wegen fehlender Eintritts- und Pachtgelder spätestens im Oktober Liquiditätsprobleme bekommen wird.

„Ohne einen Zuschuss wäre unser Betrieb gefährdet“, sagt Bernd Kruse. Er hofft deshalb auf Sonderzuschüsse der Stadt Dortmund und des Regionalverbandes Ruhr (RVR), die der RPW mit jeweils 584.142 Euro unter die Arme greifen könnten.

Anfang Oktober sollen RVR und Stadt über die Sonderzuschüsse entscheiden. „Damit könnten wir unsere Kosten ausgleichen, das wäre enorm wichtig für uns“, erklärt Bernd Kruse.

Immer noch sind Mitarbeiter in Kurzarbeit

Derzeit laufe der Betrieb der Revierpark-eigenen Einrichtungen sowie der der Pächter unter Einhaltung der Corona-Schutzverordnung weitgehend normal. Reduzierte Besucherzahlen sorgen allerdings dafür, dass der Einnahme-Aufschwung sich in Grenzen hält.

Hinzu komme, dass inzwischen fast alle Mitarbeiter wieder regulär bezahlt werden. „Es sind nur noch wenige in Kurzarbeit, vor allem diejenigen, die Vorerkrankungen haben, deshalb gefährdet sind und kaum oder gar nicht arbeiten können“, sagt der Geschäftsführer.

Teils sind die Öffnungszeiten aufgrund des fehlenden Besucheransturms noch eingeschränkt, beispielsweise bei der Bad-Gastronomie und der Physiotherapie.

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