Coronavirus in Dortmund: Desinfektionsmittel verschwinden aus öffentlichen Einrichtungen

hzGerücht bestätigt

Der Spuk um die Versorgung mit Desinfektionsmitteln nimmt eigentümliche Formen an. Desinfektionsmittel verschwinden aus öffentlichen Einrichtungen in Dortmund. Zunächst war es nur ein Gerücht.

Dortmund

, 07.03.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Zuge der anhaltenden Ausbreitung des Coronavirus sind Desinfektionsmittel heiß begehrt. Während die Regale in Apotheken und Drogeriemärkten bereits leer gefegt sind, verfügen Altenheime und Kliniken in Dortmund meist noch über einen ausreichenden Vorrat. Doch anscheinend fällt der dortige Bestand immer häufiger Langfingern zum Opfer.

Zunächst geisterten die angeblichen Desinfektionsmittel-Diebstähle nur als Gerücht durch Dortmund, aber mittlerweile haben sich diese bestätigt: In öffentlichen Einrichtungen wie Altenheimen und Krankenhäusern häufen sich die Fälle, in denen Desinfektionsmittel und Schutzmasken anscheinend spurlos verschwinden.

Diebstähle in Seniorenheimen

Das bestätigte der Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes Dr. Frank Renken auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (5. März) anlässlich der ersten nachgewiesenen Coronavirus-Fälle in Dortmund.

„Wir haben durchaus vereinzelte Diebstähle festgestellt“, erklärt auch Tim Cocu von der Diakonie Dortmund. Dabei seien größtenteils kleine Desinfektionsflaschen entwendet worden, die man im Normalfall an Waschbecken und auf Toiletten vorfinde. „Dadurch, dass wir auch Besuchsverkehr haben, können wir den Verbleib unserer Ausstattung aber nicht konkret nachhalten“, verdeutlicht Cocu.

Mitarbeiter werden besonders sensibilisiert

Auch das Klinikum Westfalen habe die Entwendung von Desinfektionsmitteln bemerkt. „Bei uns ist so etwas bislang allerdings nur in seltenen Einzelfällen und in kleinsten Mengen registriert worden“, so Pressesprecher Klaus-Peter Wolter.

Man habe aufgrund entsprechender öffentlicher Hinweise die Mitarbeiter in besonderer Weise dafür sensibilisiert. Außerdem achte man beim Einkauf darauf, die Versorgung mit den entsprechenden Produkten vorausschauend sicherzustellen.

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Anders scheint die Situation derzeit im St. Johannes-Hospital: Hier sind laut Sprecherin Gudula Stroetzel bislang noch keine Diebstähle verzeichnet worden. Gleiches gilt für die von der Awo betriebenen Seniorenheime in Dortmund, erklärt Sprecherin Katrin Moormann.

Neue Koordinationsrunde eingerichtet

Beim Klinikum Dortmund verwies man indes lediglich darauf, dass man grundsätzlich über einen ausreichenden Bestand an Desinfektionsmitteln und Schutzmasken verfüge. Mehr könne man aktuell nicht sagen.

Unterdessen wurde vom Gesundheitsamt eine neue Koordinationsrunde zur medizinischen Versorgung eingerichtet. „Dabei treffen sich jetzt einmal in der Woche verschiedene Vertreter der Krankenhäuser, der Pflegeeinrichtungen, der Rettungsdienste und der Feuerwehr, um über mögliche neue Entwicklungen und Problemlagen zu diskutieren“, erklärt Renken.

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