Deutsche Bahn: Diese Bahnhöfe sollen in Dortmund ausgebaut werden – nicht allen gefällt‘s

hzBahnhöfe in Dortmund

Zwei Bahnhöfe im Süden von Dortmund sollen barrierefrei werden. Eigentlich ein Grund zum Jubeln für Bürger und Politiker. Wäre da nicht ein ganz großes Problem.

Aplerbeck

, 12.11.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lange haben die Menschen in Sölde auf diese Nachricht gewartet: Der Bahnhof an der Sölder Straße soll barrierefrei werden. Darüber wird am Dienstag (12. November) in der Bezirksvertretung Aplerbeck diskutiert. Einfluss nehmen kann das Vorstadtparlament aber nicht, sondern lediglich empfehlen. Der Rat der Stadt Dortmund hat am 12. Dezember das letzte Wort in dieser Angelegenheit.

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Der Diskussionsstoff bezüglich des Bahnhofes in Sölde wird sich wohl in Grenzen halten. Den Vorschlag der lokalen Politiker, aus dem Mittelbahnsteig zwei Seitenbahnsteige zu machen, wird die Deutsche Bahn nicht umsetzen können, das würde das Budget sprengen. Aber es soll eine Rampe geben, die barrierefrei zur Unterführung verläuft. Von dort geht es dann mit einem Aufzug nach oben.

Was im Stadtbezirk Aplerbeck für große Aufregung gesorgt hat, ist ein Vorschlag der Deutschen Bahn, der sich auf den Bahnhof Aplerbeck Süd bezieht.

Deutsche Bahn: Diese Bahnhöfe sollen in Dortmund ausgebaut werden – nicht allen gefällt‘s

Dirk Mayer und Ingeborg Milde (beide CDU) sind gegen eine Verlegung des Bahnhofes Aplerbeck Süd. © Jörg Bauerfeld

Der liegt zurzeit am Ende der Mondstraße und verfügt genau wie der in Sölde über einen Mittelbahnsteig mit zwei dazugehörigen Treppen, die für Menschen mit Behinderung – aber auch für Eltern mit Kinderwagen – nicht zu meistern sind.

Auch in Aplerbeck Süd hat die Deutsche Bahn Großes vor: Großes, das bei den kommunalen Politikern aber einen Aufschrei auslöste.

Deutsche Bahn: Diese Bahnhöfe sollen in Dortmund ausgebaut werden – nicht allen gefällt‘s

An der Mondstraße gibt es einen Parkplatz für Bahn-Kunden. © Jörg Bauerfeld

Der Grund: Der Bahnhof Aplerbeck Süd, der jetzt westlich der Wittbräucker Straße liegt, soll östlich der Wittbräucker Straße neu gebaut werden. Lange Rampen sollen einen barrierefreien Zugang möglich machen. Parkplätze sollen an der Fuldastraße für die Bahn-Nutzer zur Verfügung stehen. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Denn im Bereich der Fuldastraße ist der Parkdruck schon jetzt hoch. Die vorhandenen Stellplätze werden von Anwohnern genutzt, Platz für neue Parkplätze ist praktisch nicht vorhanden.

In Aplerbeck fehlen die Parkplätze für Pendler

Auch an der Wittbräucker Straße, von der zumindest eine Rampe in Richtung Bahnsteig gehen soll, ist nicht viel Platz für Parkplätze. „Mit uns ist dieses Projekt so nicht umsetzbar“, sagt Ingeborg Milde, Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung Aplerbeck. „Wir möchten, dass der Bahnhof an der Stellen bleibt, wo er ist und dort umgebaut wird.“ Denn hier seien ja zumindest auf dem P+R-Parkplatz an der Mondstraße Stellplätze für die Bahn-Nutzer vorhanden. Der Umbau an Ort und Stelle ist aber für die Deutsche Bahn nur der Plan B. Der Grund ist ein Aufzug, der genau wie in Sölde eingebaut werden müsste. Und das sei eben kostenintensiv.

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Wie hier in Aplerbeck-Süd, geht es auch in Sölde über Treppen zum Bahnsteig. © Jörg Bauerfeld

Geld ist aber auch der Grund, warum die CDU in der BV Aplerbeck gegen eine Verlegung des Bahnhofes an die Fuldastraße ist. Denn für einen Umbau an Ort und Stelle, mit Rampe und Aufzug, sind Fördermittel vorhanden. „Wird der Bahnhof verlegt, fällt er aus der Förderung raus und dann kann es 20 Jahre dauern, bis etwas passiert“, sagt Dirk Mayer (CDU).

Grüne und CDU dagegen

Gegen eine Verlegung des Bahnhofes Aplerbeck Süd ist auch Barbara Blotenberg (Grüne). Auch hier ist der Grund die Parkplatzsituation vor Ort. „Auf den Plänen sind zwar Parkplätze eingezeichnet, aber die werden dann vermutlich von den Anwohnern genutzt“, sagt Blotenberg. „Das wird ein großes Problem werden. Ich habe große Bedenken, dass es am Ende auch noch Klagen gegen einen neuen Standort des Bahnhofes gibt“, so Blotenberg. Anwohner im Bereich der Fuldastraße sollen schon Protest angekündigt haben.

Sitzung der Bezirksvertretung

Einwohnerfragestunde und interessante Themen

  • Dienstag (12.11.) öffentliche Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck, Amtshaus am Marktplatz, Beginn 15 Uhr, der Sitzungssaal in der ersten Etage ist mit einem Aufzug erreichbar.
  • Themen: unter anderem ein Neubau einer Turnhalle an der Aplerbecker Grundschule, Barrierefreier Ausbau der Bahnhöfe in Sölde und Aplerbeck, geplante Baumaßnahmen der LWL-Klinik Dortmund
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