Die Ähnlichkeit ist verblüffend: Was macht denn Rod Stewart in Hörde?

Tribute-Show im Hansa-Theater

Als Rod Stewart feiert Robin Stone mit The Rhythm Of My Heart eine umjubelte Premiere im Hörder Hansa-Theater. Eine gute Illusion. Lustige Anekdoten zeichnen ein etwas anderes Bild des Briten.

Hörde

, 25.01.2020, 16:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Ähnlichkeit ist verblüffend: Was macht denn Rod Stewart in Hörde?

Die Ähnlichkeit zwischen Sänger Robin Stone und Reibeisen-Stimme Rod Stewart ist verblüffend. © Rüdiger Barz

Mit „The Rhythm Of My Heart“ feiert das ausverkaufte Hansa-Theater in Hörde letzten Freitag (24.1.) die Premiere ihrer neuen Tribute-Show. „Wir freuen uns auf viele Jahre mit Rod Stewart“, ruft Theaterchefin Inga Strothmüller nach der zweistündigen, mit Minuten langen Ovationen im Stehen gefeierten Show aus. Hier unser Premieren-Check:

So lief der Abend ab

Im dunklen Saal ist ein Scheinwerfer auf den roten, geschlossenen Vorhang gerichtet. Es erklingt die markante Reibeisenstimme von Rod Stewart. Dann öffnet sich der Vorhang. Zum Vorschein kommt Robin Stone, der Sir Roderick David Stewart sehr ähnlich sieht. „Selbst meine Mutter hat mich mit Rod verwechselt“, sagt Stone alias Reinhard Schnelle. Er singt „Every Beat Of My Heart“ live, verfügt über eine ebensolch raue Stimme wie sein Idol. „Früher mochte ich Rod nicht“, gesteht er. „Jetzt finde ich, er ist ein toller Typ.“

Während er die Songs interpretiert, berichtet Regisseurin Hanna Krüger, die auch als Backgroundsängerin fungiert, über Privates und die Musik des gebürtigen Londoners. Fakten und Anekdoten zeigen den Fans „einen Mensch voller Widersprüche“, wie Krüger ihre Ausführungen zusammenfasst. Sie erzählt vom Schüler, der den Musikunterricht schwänzte, vom Musiker, der zwei seiner Hits am liebsten „in die Tonne gekloppt“ hätte und manchen Exzess feierte, und vom Privatmann, dem Womanizer und liebevollen Vater mit einem für einen Rocker außergewöhnlichen Hobby.

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Dazu intonieren Andy Kuhlmann (Bass, Cello), Uli Kramm (Keyboard), Sven Petri (Schlagzeug) und Moritz van der Forst (Gitarre) sowie Robin Stone (Gitarre) Hits wie „Maggie May“, mit dem Stewart 1971 den Durchbruch schaffte, „Some Guys Have All The Luck“, „Forever Young“, „Da Ya Think I´m Sexy“, „Baby Jane“ sowie den Titelsong der Tribute-Show und „Sailing“ live.

Das war gut

Nach starkem Opening mit verschlossenem Vorhang und Konzentration auf die Stewart-typische Stimme, interpretiert der Schwerter die Lieder des Briten auf seine Weise. So gewinnen die Songs an Intensität, werden mit zustimmenden Pfiffen, lautem Gejohle und langem Applaus gefeiert. Wie auch der Unplugged-Block mit drei Liedern, die nur von zwei Akustikgitarren und dem Cello begleitet werden.

Passend zur Hommage an den zwei Wochen zuvor 75 Jahre altgewordenen Engländer trägt Robin Stones Aussehen bei. Er gleicht dem Star sehr, unterstreicht das mit seinem Outfit. Die auf die Leinwand projizierten Fotos und Filmsequenzen belegen das täuschend echte Aussehen.

Die Ähnlichkeit ist verblüffend: Was macht denn Rod Stewart in Hörde?

Die Premiere der neuen Tribute-Show im Hansa-Theater in Dortmund-Hörde ist geglückt. © Rüdiger Barz

Neben dem Hörgenuss stellt Autorin Hanna Krüger den Künstler wie Privatmenschen Rod Stewart launisch dar. Neben Fakten, wie die mehr als 150 Millionen verkauften Tonträger und zwei Krebserkrankungen, gestattet sie mit Anekdoten über die exzessiven Aktivitäten des Stars bewegende wie lustige Einblicke in dessen Leben und Wirken.

Das war nicht gut

Allerdings sind die Wortbeiträge zu Beginn der Show, nach gleich jedem Lied, zu häufig und stören den Musikgenuss ein wenig. Zudem schleichen sich nach der Pause bei „Listen To My Heart“, das ohne elektronische Verstärkung gespielt wird, einige Misstöne ein.

Lohnt sich der Besuch?

Der Besuch lohnt sich. Analog zum Titelsong „The Rhythm Of My Heart“ versetzt Robin Stone die am Ende stehenden Fans in den poppig-rockigen Stewart-Rhythmus, der mitsingen und tanzen lässt. Mit seiner Reibeisenstimme und seiner natürlichen, Stewart-typischen Haarmähne sorgt er für eine (fast) perfekte Illusion des „Menschen voller Widersprüche“.

So darf man sich in Hörde gemeinsam mit Inga Strothmüller über „weitere Jahre mit Rod Stewart“ freuen. Die nächsten Shows finden am 28. Februar, 24. April und 6. Juni (jeweils freitags, 19.30 Uhr) statt. Karten und weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.hansa-theater-hoerde.de

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