Sandra, die älteste Große Ameisenbärin der Welt, lebt im Dortmunder Zoo und liebt Joghurt. © Stawinoga
Zoo Dortmund

Die älteste Ameisenbärin der Welt liebt Joghurt – mit 3,5 Prozent Fett

Viele Zoobesucher in Dortmund ahnen vermutlich nicht, dass sich im Tamandua-Haus ein Superlativ tummelt: Sandra – die älteste Große Ameisenbärin der Welt. Die nachträgliche Geburtstagsfeier im Video.

Nach menschlicher Zählweise ist sie noch recht jung, aber als Ameisenbärin hat sie ein biblisches Alter: Sandra, die älteste Große Ameisenbärin der Welt, hat jetzt Geburtstag gefeiert. Sie ist 27 Jahre alt und lebt seit ihrer Geburt im Dortmunder Zoo. Dort wurde sie per Hand aufgezogen.

Zum Geburtstag gab es eine besondere Leckerei: in Joghurt gerührtes Avocado-Püree. Sowohl Joghurt als auch Avocados sind bei Ameisenbären sehr beliebt, sodass die Ameisenbären-Oma gleich zulangte und mit ihrer langen Zunge die Geschenkbox vollständig ausschleckte.

Als dann die Presse zufällig vorbeikam und nachträglich gratulieren wollte, gab es für die alte Dame, die gerade ihr Mittagsschläfchen beendet hatte, noch mal eine Extraportion Joghurt mit 3,5 Prozent Fett.

Auch Sandras Bruder ist ein Methusalem

Mit ihrer bis zu 60 Zentimeter langen und klebrigen Zunge schleckte sie den Becher ratzfatz leer. Ihre Artgenossen in der Wildnis dagegen müssen in der Regel mit Ameisen als Nahrung vorliebnehmen – bis zu 35.000 täglich.

Mit 27 Jahren ist Sandra die älteste Große Ameisenbärin der Welt, also der älteste weibliche Große Ameisenbär. Ihr Bruder Luiz, der am 14. Januar 1991 ebenfalls im Dortmunder Zoo geboren wurde, und mittlerweile im Fundação Parque Zoológico de São Paulo in Brasilien lebt, ist der älteste Große Ameisenbär überhaupt. Gute Dortmunder Gene!

Ein wild lebender Großer Ameisenbär dürfte nicht viel älter als zwölf Jahre alt werden, erläutert der Dortmunder Zoo-Lotse Marcel Stawinoga. „Für Große Ameisenbären in menschlicher Obhut wird in der Literatur häufig ein Höchstalter von 16 Jahren angegeben. Allerdings verschiebt sich die Messlatte für Tiere, die im Zoo leben immer weiter nach oben, sodass diese zunehmend älter werden. Dies liegt an stetig verbesserten Haltungen und Erfahrungen, wie auch Fortschritten in der Tiermedizin.“

Schon ein wenig schusselig

Sandra wird nun im hohen Alter aber zunehmend schusselig. Sie biegt zum Beispiel auf Wegen, die sie seit Jahren kennt und geht, falsch ab oder hört plötzlich auf beim Fressen, bis die Tierpfleger und -pflegerinnen sie durch Rühren im Futter ans Fressen erinnern.

Gern macht Sandra auch das erwähnte Mittagsschläfchen und bettet ihren schon ziemlich kahlen Rücken auf einen eigens hergerichteten Schlafplatz. Aber den gefüllten Joghurt-Becher riecht sie sofort.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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